13. Februar 2019

7 Dinge, die ich aus meiner Hochzeitsvorbereitung gelernt habe

hochzeitsvorbereitung - meinefamilie.at

Mein Hochzeitstag. Der schönste Tag meines Lebens? Hoffentlich nicht, es werden noch so viele schönere folgen. Eher war es der bedeutendste Tag, den ich auf die schönste Weise gefeiert habe.

Es geht um die größte Lebensentscheidung, das Fest dazu darf wohlüberlegt sein. Trotzdem ist wichtig, sich mit den Vorbereitungen nicht überzustrapazieren und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.

#1 Erkennen, was uns als Brautpaar wichtig ist.

Jede Hochzeit ist anders. Gut so, denn sie soll die persönliche Note des Brautpaares tragen. Es gibt so viele Möglichkeiten, eine Hochzeit zu gestalten – ich werde mich nie entscheiden können, wenn ich nicht meine eigenen Prioritäten kenne. Wenn ich nicht weiß, was zu uns als Brautpaar passt, werde ich mich von den unterschiedlichen Ratschlägen verunsichern lassen.

Für uns war wichtig, eine stimmungsvolle Hochzeit zu haben.

Einheitliche Outfits oder reihenweise Brautjungfern gab es nicht. Allerdings zwei Hochzeitsbands und eine ausgelassene Party – dafür haben wir die Rahmenbedingungen geschaffen.

#2 Die Hochzeitsvorbereitung als gemeinsames Projekt erleben.

Für mich war besonders schön, die Hochzeit als gemeinsames Projekt von uns als Brautpaar und unseren Familien zu erleben. Es mag oft die Frau sein, die bei den Hochzeitsvorbereitungen aufblüht. Für mich war es bereichernd, dass sich mein Mann genauso einbringt und wir uns die Themen aufgeteilt haben, jeder seinem Interesse entsprechend.

hochzeitsvorbereitung - meinefamilie.atAls jahrelange Chorsängerin kümmerte ich mich um die Gestaltung der Trauungsmesse, mein Mann engagierte sich leidenschaftlich für die Musik des Abends. Als Hobby-Grafikerin fühlte ich mich für die Drucksorten zuständig, mein Mann konnte diverse Anrufe erledigen. Dazu gehört aber, den anderen in seinem Bereich Entscheidungsfreiheit zu lassen. Was mir nicht wichtig ist – wie das Hochzeitsauto ausschaut, zum Beispiel – darf mein Mann entscheiden.

Je mehr man selbst involviert ist, desto mehr fühlt man sich mit dem Fest verbunden (das gilt übrigens auch für die Gäste!).

#3 Der Vorbereitung auf das Ehesakrament genügend Raum geben.

Wir lebten heute nicht in einem eigenen Haus oder feierten den Heiligen Abend an drei Orten: Hätten wir nicht im Ehevorbereitungskurs ausführlich Raum und Zeit gehabt, um von erfahrenen Ehepaaren Anregungen zu den Themen zu hören, die in einer eigenen Familie wichtig sind.

Für uns war der Ehevorbereitungskurs keinesfalls Ballast, sondern echte Bereicherung.

Die Hochzeit war für uns der Start in ein gemeinsames Leben, zu dem eigene Traditionen, die (Ein)Teilung der Finanzen oder gemeinsame Prioritätensetzung gehören. Wie möchten wir unseren Sonntag gestalten? Wie beten wir gemeinsam? Was bedeutet uns das Ehesakrament? Wie feiern wir Weihnachten? Fragen wie diese klärten wir im Schönstatt Ehevorbereitungskurs. Ein Ehevorbereitungskurs ist für eine kirchliche Trauung verpflichtend, doch für uns war er keinesfalls Ballast, sondern echte Bereicherung.

#4 Jegliche Verantwortung abgeben.

Am Tag der Hochzeit waren mein Mann und ich unterwegs zum Fototermin. Ein Blick aufs Handy, die Mesnerin hat angerufen. Kurz besteht die Versuchung, zurückzurufen – wer weiß, was los ist? – aber nein, heute nicht. Heute kümmern wir uns um nichts. Im Vorfeld haben wir natürlich vieles vereinbart, doch für den Hochzeitstag sollte jeder Zuständige eine andere Kontaktperson bekommen. Und wenn es Zuständige gibt, werden sie sich irgendwie darum kümmern.

Schon bei den Vorbereitungen war es für uns als Brautpaar eine riesige Erleichterung, uns von so vielen Helfern unterstützt zu wissen. Es hätte zum Beispiel nicht ansatzweise so viele Mehlspeisen gegeben, hätten nicht unsere Mütter genossen, sich beim Backen auszutoben. Viele empfinden es zudem als Ehre, in die Vorbereitungen involviert zu werden bzw. am Tag selbst eine Aufgabe zu bekommen. Sie müssen nur gefragt werden.

#5 Flexibel bleiben.

Erstens kommt es anders … Nein, es kommt besser. Vor allem dann, wenn ich mich darauf einlassen kann, was Großartiges passiert – mitunter auch anders als vorgestellt. Wenn Hoppalas oder Umstände den Zeitplan kreuzen, heißt die Devise: gelassen bleiben. Nach dem Gruppenfoto am Ende der Agape hatten wir geplant, weitere Fotos in kleineren Gruppen zu machen. Doch bereits das Gratulieren hat wegen der vielen Gäste den Zeitrahmen gesprengt. Wir haben gespürt, die Gäste haben lang genug gewartet. Die wichtigsten Fotos waren im Kasten, wir sind zum Essen gefahren. Ich habe es nie bereut – in diesem Moment war uns am wichtigsten, dass sich die Gäste wohlfühlen.

#6 Das Wetter nicht so wichtig nehmen.

Das Wetter kann ich nicht steuern. Aber meine Einstellung dazu. Ich hab so viele Hochzeitsfotos im Vorfeld angeschaut und mir ausgemalt, welches Wetter perfekt sein würde. Schnell kommt man in Versuchung, enttäuscht zu sein, wenn es anders kommt. Zudem ist bekanntlich das innere Wetter wichtiger als das äußere – und die persönliche Stimmung sieht man deutlich auf jedem Foto.

#7 Den Tag richtig genießen.

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Ein Bekannter gab mir eine Woche vor der Hochzeit einen Rat, den ich nicht vergessen werde: Ich solle genießen, einen Tag im Leben die Braut zu sein. Für Frauen, die die volle Aufmerksamkeit auf sich – und vor allem ihr Aussehen! – im Alltag nicht genießen, ist das eine Herausforderung. Er erzählte mir von seiner Frau, die am Hochzeitstag mit ihrer Frisur unzufrieden und deshalb nie ganz entspannt war. Tatsächlich – irgendwie ging es mir kurz ähnlich. Im ersten Moment war meine Hochzeitsfrisur ungewohnt, im zweiten dachte ich: Hab ich mir das wirklich so vorgestellt? Im dritten ertappte ich mich selbst dabei. Spätestens, nachdem mir Freundinnen Komplimente gemacht haben, wusste ich, ich brauche nicht mehr darüber nachdenken. Und ich habe genossen, für ein paar Stunden im Leben die Braut zu sein.

 

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