9. Januar 2015

Das Sakrament der Ehe


Das Sakrament der Ehe ist eines der schönsten Geschenke an die Menschen, dessen Grundstein die Liebe ist. Unsere Autorin erzählt wie sie seit über 20 Jahre glücklich in einer Ehe lebt.

Während ich noch darüber nachdenke, wie ich meinen Beitrag über das Sakrament der Ehe beginne, fährt ein fröhlich hupender Autokorso unsere Dorfstraße entlang, sicher auf dem Weg zu unserem Pfarrheim, einem gerne für kleine Hochzeitsfeiern angemieteten Ort.

Viele Ehen werden heute nicht mehr in der Kirche geschlossen, doch wenn man sich dafür entscheidet, dann ist es wünschenswert, etwas über dieses Sakrament zu wissen.

Das Sakrament der Ehe: Ein Versprechen vor Gott

Sakramente sind immer Mysterien, sie sind nicht so leicht erklärbar für jemanden, der wenig von der unsichtbaren Welt weiß, in der wir ebenso leben wie in der sichtbaren Welt. Vielen Menschen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass eine katholische Eheschließung auch etwas Übernatürliches ist. Ein Mann und eine Frau lieben sich und sie suchen vielleicht einen Beginn, eine Legitimation, einen Startschuss ihres gemeinsamen Lebensweges. Ein großer Anspruch an das Fest begleitet die Zeit bis zum großen Tag und verstellt vielleicht den Blick auf das Wesentliche: dass Mann und Frau vor Gott ein Versprechen, ein Gelöbnis abgeben, einander von jetzt an immer beizustehen.

Je öfter ich über diese Tatsache nachdenke, desto unglaublicher erscheint mir dieses Sakrament: Menschen halten die wunderbare Anfangsharmonie in einer jungen Beziehung nicht lange durch. Dieses Hochgefühl der Anfangszeit lässt sich nicht konservieren. Jede Beziehung und Ehe beginnt irgendwann einmal, schwierige Phasen zu durchleben. Das kann gar nicht anders sein, weil zum Leben eine immerwährende Veränderung bedeutet, mal mehr, mal weniger.

Das Sakrament der Ehe ist ein Geschenk

Aber: Gott weiß um unsere Entwicklung, unsere Veränderung und unsere Fehler und lässt uns gerade dann nicht im Stich. Wir haben die Möglichkeit, etwas viel Schöneres und Tieferes zu erfahren: die reife Ehe, die reife Liebe. Und hier kommt der Segen des Sakramentes ins Spiel: Dadurch, dass wir die Ehe vor Gott geschlossen haben, sind wir nicht mehr zu zweit, sondern zu dritt: Gott ist das bindende Element zwischen den Eheleuten, auch dann, wenn alles schief läuft, manchmal eben genau dann.

Mir hat nach fast 23 Ehejahren in schweren Stunden das innere Bild der Anwesenheit Gottes in unserem Ehebund sehr geholfen, den liebenden Blick auf meinen Mann nicht zu verlieren, denn: Wie kann ich meinen Mann nicht mehr lieben, wenn Gott es weiterhin tut, immer tun wird?

Es liegt an uns, eine glückliche Ehe zu führen

Dieses Geschenk, dass er jede Ehe segnend begleitet, ist für mich eines der größten Geschenke Gottes an die Menschen. Es mag vielleicht nicht viele gute Ehen geben – wenn wir uns umschauen, sind glückliche, alte Ehen rar. Aber es liegt an uns, eine glückliche Ehe zu führen: Wir können ganz bewusst entscheiden, welche Dinge wir von Anfang an in unsere Ehe und Beziehung lassen und welche Dinge eben nicht. Jede Ehe ist einzigartig.

Alle guten Ehen eint eine tiefe, reife Liebe, die ihren Anker in Gottes Liebe geworfen und ihn als „Dritten im Bunde“ angenommen hat.

Was Gott für uns am Tag unserer Eheschließung bereithält, ist kostbar. Es hat mehr Glanz und Glamour als die außergewöhnlichste Ausgestaltung unserer Hochzeit. Füllen wir unser Herz damit und lassen wir es überquellen vor Freude, dass es in unseren Augen sichtbar, in unseren Worten hörbar und in unseren Taten gelebt wird.

Passend dazu: Was braucht es zum kirchlichen Heiraten?

Zum Angebot Eheseminar der Erzdiözese Wien
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EIN ARTIKEL VON
  • Jeanette Karbig

    Bereit für die dritte Lebensphase zu sein bedeutet einen gereiften Blick zu erwerben auf alles, was das Leben so mitgebracht hat und noch bringen wird. Kinder, 2 erwachsene Söhne, aus den Haus und die Eltern im Haus als Wohngemeinschaft. Engagiert in der Ehearbeit LiebeLeben.com, brennt für Neuevangelisierung.


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