18. Mai 2019

Hochzeit feiern mit Kindern


Ihr kennt das vielleicht: Nach Weihnachten trudeln die ersten Einladungen zu den heurigen Hochzeiten ein. „Selbstverständlich sind eure Kinder auch eingeladen!“ – Oje. Oder vielleicht seid ihr gerade selber dabei, eure Hochzeit zu planen und überlegt, wie ihr das mit den Mini-Gästen machen wollt?

Wir haben in den letzten Jahren etliche Hochzeiten besucht, was ja auch immer ein wunderschönes Ereignis ist! Manche waren sehr groß, manche waren ganz klein, aber immer waren auch Kinder da. Als wir selber geheiratet haben – vor mittlerweile 12,5 Jahren – haben wir uns über die jüngsten Gäste kaum Gedanken gemacht. Wir nahmen an, dass die Eltern alles mithatten, was sie brauchen würden. Wir wussten allerdings auch, dass unsere Kirche und der Ort der Tafel für Familien mit Kindern ausgelegt waren.

In den letzten Jahren sahen wir, dass das nicht überall so ist. Allerdings merkten wir auch, dass sich die Brautpaare wesentlich mehr Gedanken darüber machten als wir damals – ein großes Kompliment an euch alle!

Sehr gut gefallen hat uns, wenn…

…die Tische der Familien in der Nähe der WCs waren.

Alle Eltern wissen, wenn es dringend sein muss, ist der Weg oft ewig lang! Noch schlimmer, wenn der Tisch am anderen Ende des Raums ist. Und am allerbesten, wenn das Kind aus ganzem Hals brüllt: „Ich halt’s nicht mehr auuuuuus!“ und man sowieso schon im Laufschritt unterwegs ist, in den ungemütlichen Schuhen. Na, die Aufmerksamkeit der Hochzeitsgesellschaft ist euch sicher! In der Kirche war es angenehm, wenn wir im Vorhinein wussten, wo das WC war. Manchmal war es draußen sogar angeschrieben. Besonders bei langen Trauungsmessen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man es zumindest einmal aufsuchen muss.

…das Essen unkompliziert war.

Oder zumindest ein Teil davon! Mittlerweile wissen wir Buffets sehr zu schätzen – und noch mehr verständnisvolle Mitmenschen, die uns mit Kind schnell mal vor lassen. Wir haben das Glück, dass zumindest eines unserer Kinder gar nicht heikel ist und gern alles probiert. Tochter 2 überlebt eine Mahlzeit mit Reis und Soße – und viel Nachspeise. Bestellen und am Tisch auf die Mahlzeit warten ist schwierig, vor allem bei sehr jungen Kindern. Das Nachspeisenbuffet direkt neben dem Tisch allerdings auch!

(c) iStock

Eine große Erleichterung ist Servicepersonal, das bei Kinderplätzen alle überzähligen Gläser und Utensilien in Sicherheit bringt – und sie gegen einige Servietten extra austauscht.

 

…es Platz für Kinder gab.

Damit ist nicht der extra Kindertisch gemeint (das funktioniert mit unseren Töchtern erst jetzt, mit 6 und 4), sondern eine Ecke oder ein Bereich, in dem Kinder spielen können. Idealerweise ist Schönwetter (aber das kann man ja nicht bestellen!) und ein Außenbereich zum Laufen und Spielen, besonders nach einer längeren Trauung ist der Sitzwille schon arg strapaziert. Auch in manchen Kirchen gibt es schon eigene Kinderecken oder zumindest eine Kiste mit Büchern oder Malsachen, das könnte man aber sicher auch in der Familie oder dem Freundeskreis organisieren. Unsere Kinder freuen sich jedes Mal, wenn das Brautpaar extra für die Kinder etwas überlegt hat: Malhefte, Stifte, ein kleines Puzzle… Seifenblasen sind zwar beim Auszug aus der Kirche nett, aber danach produzieren sie vor allem Flecken. Ebenso Schokolade, Eis oder Schminkstifte. Normalerweise haben wir aber immer etwas mit für unsere Kinder mit: Pixi Bücher, kleine Stickerhefte oder Buntstifte. Besonders lustig fanden sie in den letzten zwei Jahren die immer häufiger werdenden „Foto-Booths“.

…das Brautpaar Verständnis hat, dass wir nicht bis zum Schluss bleiben.

Unsere Kinder haben nur als Baby im Tragetuch woanders geschlafen – das ist lange vorbei. Das Höchste der Gefühle, auch im Sommer, ist bei uns 21h. Das heißt zwar für uns, dass wir einen Teil der Feier versäumen und weniger Zeit zum Plaudern haben, dafür waren wir gemeinsam als Familie bei dem wichtigsten Teil der Feier, nämlich der Trauung, dabei. Wir kündigen immer schon vor der Hochzeit an, dass wir nach Hause fahren, wenn die Kinder müde werden und bisher war das immer in Ordnung. Aber immerhin sind wir ja auch bei Leuten eingeladen, die uns kennen und mögen!

Bei einer einzigen Hochzeit hatten wir unsere Kinder nicht mit. Das war eine sehr noble Angelegenheit, da eines unserer Kinder gerade eineinhalb Jahre alt, und nicht unbedingt bereit war, ruhig und geduldig zu sitzen und zuzuschauen. Das war garantiert die richtige Entscheidung, und für uns und unsere Kinder entspannt!

Noch ein Tipp zum Schluss: immer mindestens eine Garnitur, besser noch zwei, normales Gewand und Schuhe im Auto haben! Denn das hat das Brautpaar ziemlich sicher nicht für alle Kinder dabei.



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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