5. Juni 2018

Gerne Papa sein – 5 Fragen rund um die Rolle als Vater

Gerne Papa sein - 5 Fragen rund um die Rolle als Vater - meinefamilie.at

Am Sonntag feiern wir Vatertag! Wir widmen diesem Feiertag einen besonderen Blogeintrag – Johannes beantwortet 5 Fragen rund ums Vater-Sein.

# Frage 1

Johannes, dir war Familie schon immer sehr wichtig. Lange bevor du zweifacher Papa geworden bist war klar, dass du auch in Karenz gehen möchtest. Momentan arbeitest du Teilzeit um mehr Familienzeit zu haben. Was sind für dich die schönsten Seiten der Vaterrolle, warum bist du gerne Papa?

Am schönsten finde ich, wenn die Kinder von etwas begeistert sind. Wenn sie erzählen und man merkt, man hat ihnen den Raum und die Möglichkeit gegeben, die Begeisterung zu leben und zu erleben. Oder wenn man merkt, wie sie einfach gemeinsam spielen. Vor allem wenn ich sehe, was sie spielen, zum Beispiel Familie in sehr positiver Form! Da hab ich das Gefühl, auch wenn es bei uns oft turbulent zugeht, dass sie das eigentlich schön finden eine Familie zu haben. Eine sehr schöne Seite am im Leben als Papa ist, wenn sie davon reden, was sie werden wollen. Sie wollen Zuckerbäckerin, Tierärztin, Gärtnerin werden – und Mama! Ich denke, da vermitteln wir scheinbar einen ziemlich großen Wert, was Familie betrifft. Das finde ich unglaublich schön.
Ich bin gern Vater, weil ich versuchen möchte meinen Kindern ein Leben zu ermöglichen, in dem sie sich angenommen und geliebt fühlen, so wie sie sind. Ich habe zwar oft das Gefühl, dass es mir nicht gelingt und ich muss es mir immer wieder neu in Erinnerung rufen. Aber das zahlt sich aus, es ist mir so wichtig, dass sie sich das mitnehmen können!

# Frage 2

Früher waren die Väter Hauptverdiener und die Rollen ganz klar definiert. Wie hat sich das verändert? Ist das Vater sein so, wie du es dir vorgestellt hast?

Also, dass die Väter die Hauptverdiener sein müssen, das hat mich schon als junger Jugendlicher gestört. Weil ich mir einfach gedacht habe, dass Väter für ihre Kinder Väter sind so wie Mütter für ihre Kinder Mütter sind – und dass es da eigentlich egal ist, wer Hauptverdiener ist. Es gibt Frauen, die gern arbeiten oder gern einen Beruf erlernen, in dem man mehr verdient und deswegen denke ich, dass es einfach für jedes Paar individuell passen muss. Natürlich war es für mich auch ein Thema als ich mich für die Ausbildung zum Kindergartenpädagogen entschieden habe. Ich habe damals viel darüber nachgedacht, dass man da „nichts“ verdient und wie es sein wird, wenn ich einmal eine Familie erhalten können muss. Meine eigene Mutter hat mir dann gesagt, dass ich ja gar nicht weiß, was meine zukünftige Frau macht. Vielleicht ist

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Eisabeth und Johannes Hackl, Eltern von zwei Kindern

das jemand, der gern arbeiten geht und dass ich ja dann für die Kinder da sein kann. Meine Mutter hat damals schon gespürt, dass es mir sehr wichtig ist, dass ich einmal ganz viel für meine (damals noch zukünftigen) Kinder da bin.

Was hat sich verändert seit den Zeiten, in denen die Vaterrolle darin bestand, das Geld nachhause zu bringen? Allein, dass die Möglichkeit besteht dass zumindest offiziell ein Mann genau so in Karenz gehen darf wie ein Frau! Es ist mittlerweile leichter für Männer, in Karenz zu gehen wobei ich schon immer wieder von anderen Vätern höre, dass der Job darunter leidet und sie nach der Karenz nicht wieder gleichwertig einsteigen können. Ob es dann im individuellen Fall wirklich so ist, das ist sehr unterschiedlich. Für mich in einem frauendominierten Beruf war es kein großes Thema.
Ich glaub die Väter früher haben als Allein- oder Hauptverdiener allgemein viel weniger Zeit mit den Kindern verbracht und dadurch auch weniger Erziehungsarbeit geleistet. Das würde ich für mich und meine Familie nicht wollen! Ich möchte ein gleichberechtigter Erziehungspartner sein. Gleichberechtigt in der Form, dass die Kinder die Erziehung und Beziehung genau so von mir bekommen wie sie auch von ihrer Mutter geprägt werden. Wie es in anderen Familien ist, kann ich nicht sagen, aber bei uns ist es so. Wir sprechen uns ab. Ich denke, die größte Veränderung ist, dass es in Ordnung ist, dass jede Familie das für sich entscheidet.

Das Vater sein ist teilweise so wie ich es mir vorgestellt habe und dann auch wieder nicht. Was ich mir vorgestellt habe war das für-die-Kinder-da-sein. Ich habe sowohl in der Freizeit als auch im Beruf zurückgesteckt um mehr Zeit für die Kinder zu haben. Das waren die Dinge, die ich mir auch so vorgestellt habe.
Ich wollte Kinder haben und eine intensive Beziehung und Bindung zu ihnen, aber ich glaube, dass ich gedacht habe, dass es „automatischer“ geht. Ich habe nicht gedacht, dass es weniger Arbeit ist, aber dass die Beziehungsarbeit einfacher ist. So wie ich es vorher schon gesagt habe, ich muss mir selber immer wieder sagen: „So möchte ich mit den Kindern umgehen, liebevoll!“ Das hätte ich mir jedoch einfacher vorgestellt.

# Frage 3

Warum sind Väter für ihre Kinder wichtig und welchen Einfluss haben sie? Was können sie besser oder anders machen als Mütter?

Ich glaube Väter sind wichtig aus den gleichen Gründen, warum Mütter wichtig sind! Um den familiären Zusammenhalt zu haben, um eine gute Beziehung zu haben, um Gesprächspartner zu haben, um da zu sein für die Kinder. Väter vermitteln die unterschiedlichsten Werte, genau so wie Mütter. Es geht, glaub ich, vor allem darum, dass die Väter auch die Aufgabe und Vorbildwirkung haben! Wenn ein Vater nur von der Arbeit heim kommt und die Kinder gerade noch sieht bevor sie schlafen gehen, dann ist das eben auch ein Vorbild für die Kinder. Wenn nur die Mutter wichtige Werte vermittelt und der Vater da nicht auf der gleichen Linie ist – oder einfach nicht

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anwesend ist – hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Kinder. Vor allem auf Söhne, wenn es um das Selbstbild und Verhalten geht, aber auch auf Töchter, wie sie Männer sehen.

Was ich immer wieder bemerke ist, dass das erste Gottesbild durch den Vater geprägt wird. Ich denke mir oft, wie sehr man da aufpassen muss, wenn man möchte, dass die Kinder ein positives Gottesbild haben! Das ist eine große Verantwortung! Ich möchte, dass meine Kinder ein sehr positives Gottesbild haben – einen gütigen, und nicht einen strafenden Gott.
Als Vater bedeutet das aber auch, dass man den Unterschied sieht zwischen Strafe und Konsequenz. Gütig heißt nicht, dass Kinder alles dürfen! Konsequent sein ist nicht das Gleiche wie strafen, es heißt wir stehen zu unseren Werten und Regeln und fordern sie ein. Das gilt natürlich auch für uns als Eltern!
Was ich sehr wichtig finde nach Situationen, die für die Kinder und mich schwierig waren (wenn es Streit oder eine Diskussion gab), dass man die Kinder nachher wieder in den Arm nimmt und ihnen zeigt, dass man sie lieb hat!

Ich glaube, es geht gar nicht darum, was man als Vater besser oder anders macht. Es geht darum, dass man es als Vater einfach auch macht. Man ist in der Rolle als Vater nicht nur der „Bespaßer“ der Kinder, keine bloße „Nebenrolle“ neben der „Hauptrolle“. Zum Dasein als Vater gehören auch die ganz alltäglichen Dinge dazu. Die gemeinsame Verantwortung der Eltern heißt für die Kinder auch, dass sie unterschiedliche Strategien und Lösungswege erleben können. Sie sehen, dass jeder eigene Interessen und Begabungen hat und dass es in einer Ehe wichtig ist, Freiraum zu haben aber auch gemeinsame Projekte und Berufungen.

Ich glaube Väter sind wichtig aus den gleichen Gründen, warum Mütter wichtig sind! Um den familiären Zusammenhalt zu haben, um eine gute Beziehung zu haben, um Gesprächspartner zu haben, um da zu sein für die Kinder. Väter vermitteln die unterschiedlichsten Werte, genau so wie Mütter.

# Frage 4

Es wird viel diskutiert über Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen. Ist das für Männer einfacher oder wie erlebst du das?

Ich glaube, dass ich das nicht allgemein beantworten kann – in meinem Beruf geht das ganz gut. Ich glaube nur, dass das von einer Frau eher erwartet wird als von einem Mann! Da gibt es leider einfach immer noch eine größere Erwartungshaltung an die Frau, gesellschaftlich gesehen.
Bezüglich Karenz war es mir sehr wichtig, das auch zu machen. Was für mich aber bedeutet hat, dass ich genau so den Haushalt führe und alles erledige, was jede Frau in der Karenz macht. Wenn ich dann so Aussagen von anderen Vätern höre wie „Was hat denn die Mama vorgekocht?“, nehme ich das zwar nicht persönlich, aber es setzt mich unter Druck. Ich habe dann das Gefühl, ich muss ständig beweisen, dass ich das auch so gut kann wie Mama und selbst auch alle Dinge im Haushalt und rundherum mache und meine Vaterrolle gut lebe. Dass es eben nicht so ist, dass die Hausarbeit dann trotzdem oft an der Frau hängt – auch das hab ich schon zu hören bekommen.

# Frage 5

Wie wirst du den Vatertag verbringen, was wünscht du dir? Was bedeutet dir dieser Tag?

Ich glaube, wir verbringen den Vatertag genau wie jeden anderen Sonntag auch. Für mich bedeutet dieser Tag, dass ich froh bin eine Familie zu haben! Und das möchte ich an dem Tag ganz bewusst genießen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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