23. Januar 2019

Wohin fließt unser Geld? Sparpotentiale für die Familie


Wie wir unser Geld für das ausgeben, wofür wir es auch wirklich ausgeben wollen und welche Sparpotentiale es in der Familie geben kann.

Der Große braucht Geld für die Flötenstunde, die Kreditrate ist fällig, der Coffee-to-go auf dem Weg zur Arbeit muss bezahlt werden. Die Autoreparatur war teurer als angenommen, der Skiurlaub kostet, neue Stiefel für die Mama wären schön. Die Ausgaben in einer Familie sind enorm. Kaum sind Löhne, Honorare und Zahlungen wie die Familienbeihilfe auf unserem Konto gelandet, verabschieden sie sich davon auch schon wieder. Schnell passiert es, dass wir den Überblick über dieses Kommen und Gehen verlieren. Weil mein Mann und ich wissen wollen, ob wir unser Geld wirklich für die Dinge ausgeben, für die wir es ausgeben wollen, ziehen wir regelmäßig Bilanz. Warum scheint uns das Geld so oft regelrecht zwischen den Fingern zu zerrinnen? Gibt es Einsparungspotentiale? Wie können wir unsere Ziele (ein neues Auto oder mehr Reisen) erreichen?

Sicher, manches ist nicht verhandelbar. Kredit, Reparaturen beim Auto, Essen oder Klopapier: Was sein muss, muss sein. Es gibt aber viele Ausgaben, die wir steuern können – auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheint. Unserer Erfahrung nach lohnt es sich, die versteckten Geldfresser im Alltag aufzuspüren und die Gewohnheiten der Familie an das Budget anzupassen. Damit dann genug Geld für das übrig bleibt, was man wirklich möchte. Eine Putzhilfe, eine Kreuzfahrt, Reitunterricht für die Kinder oder eine Perlenkette. Jeder wie er mag 🙂

Ausgaben bewusst machen.

Dazu braucht es zuerst einmal eine Übersicht über die täglichen Ausgaben, wobei die kleinen Geldbeträge nicht vergessen werden dürfen. Diese machen das Kraut nämlich oft fett und bieten viele Einsparungsmöglichkeiten. Der Kaffee beim Bäcker, das Menü in der Mittagspause, die Weckerl am Weg für die Kinder. Sehr schnell kommen da 5, 10 oder mehr Euro pro Tag zusammen.

Ist es mir das wert?

Ich kaufe gerne mal Kipferln oder Ähnliches für mich und meine Kinder, wenn wir unterwegs sind. Täglich will ich aber kein Geld für kleine Snacks unterwegs ausgeben. Das ist es mir einfach nicht wert. Die entscheidende Frage bei all unseren optionalen Ausgaben ist doch: Ist es mir das wirklich wert? Wenn ich ohne meinen Coffee-to-go am Morgen nicht leben kann, sei er mir gegönnt! Wenn es allerdings nur eine unreflektierte Gewohnheit ist, die mich täglich 2,50 Euro kostet, kann ich eventuell ohne Weiteres drauf verzichten. (Und spare bei einem täglichen Kaffee auf dem Weg in die Arbeit 587,50 Euro im Jahr. Ein kleiner Wochenendurlaub mit meinem Ehemann ist da drin).

sparen familie - meinefamilie.at

Gewohnheiten hinterfragen.

Sparen klingt sehr nach Selbstkasteiung und Verzicht. Klar, in manchen Fällen ist es genau das. Manchmal haben allerdings schon kleine Veränderungen unserer Gewohnheiten einen großen Effekt auf das Familienbudget. In unserem Familienalltag sieht das zum Beispiel so aus: Bei uns gibt es – weil’s auch viel gesünder ist als Saft und co. – nur Leitungswasser zu trinken. Ich habe unterwegs meistens Essen und Wasser dabei und muss nichts einkaufen. Ich mache einen Essensplan und einen Wocheneinkauf mit Einkaufsliste. Ich kaufe meistens beim Diskonter meines Vertrauens dessen Eigenmarken.

Reparieren.

Ich musste schon schlucken, als ich vor Kurzem hundert Euro beim Schuster für das Besohlen von zwei Paar Schuhen bezahlt habe. Es hat sich aber im wahrsten Sinn des Wortes ausgezahlt. Neue Schuhe hätten wesentlich mehr gekostet. Da nur die Sohlen abgetreten waren, sehen die Schuhe jetzt wieder tadellos aus. Unser Kinderwagen, der Staubsauger oder das Gitterbett: Ich war kurz davor, diese Dinge– fast automatisch – wegzuwerfen, weil sie kaputt oder beschädigt waren. Sie konnten alle mit wenig Aufwand repariert werden.

Second Use.

Wir sind mit unseren vier Kindern mittlerweile sehr gut mit Kinderkleidung ausgestattet. Hin und wieder fehlt aber doch das eine oder andere Teil. Wenn ich es nicht neu kaufen will, besorge ich es entweder auf willhaben.at. Oder ich frage im Freundeskreis herum, ob wir es ausborgen können. Bei Dingen, die man ohnehin nicht lange braucht und die keinen besonderen Verschleiß haben, ersparen wir uns dadurch einiges. Unser Jüngster trägt also momentan den Schneeanzug einer befreundeten Familie.

Für uns bedeuten all diese Gewohnheiten kaum Einschränkungen oder gefühlten Verzicht. Andere mögen das schon so empfinden. Die Schräubchen, an denen man im Alltag drehen kann, um Geld einzusparen, sind also sehr individuell. Auch das vorhandene Geldvolumen ist in Familien sehr unterschiedlich. Während die einen sehr großzügig haushalten können, sitzt der Gürtel bei anderen viel enger. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, zu prüfen, wohin das Geld geht.



EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at