6. Oktober 2018

Du bist meine Nummer 1!

Du bist meine Nummer 1! - meinefamilie.at

Wenn das erste und danach vielleicht noch weitere Kinder kommen, ändert sich für ein Ehepaar vieles: der gewohnte Tagesrhythmus, die Nächte, bestehende Freundschaften, Treffen mit der Familie, Feiern und Rituale… und natürlich auch die Beziehung zwischen dem Paar – den Eltern. Warum es wichtig ist, dass der Partner an erster Stelle steht – und wie man das auch mit Kindern schafft, verraten wir heute.

Es gibt plötzlich noch jemanden, der Aufmerksamkeit einfordert und selbstverständlich sehr gern auch bekommt. Die Beziehungspflege rückt in den Hintergrund, denn die meiste gemeinsame Zeit dreht sich jetzt um das Baby!

Werden die Kinder langsam älter, gibt es dann zunächst Kindergarten, später Schule, Sport, Musik, Vereine oder andere Hobbies, Geburtstagsparties und jede Menge Termine und Sachen zu erledigen. Ganz leicht passiert es da, dass eines in den Hintergrund tritt: die Beziehung der Eltern. Man sieht sich ja sowieso täglich, macht selbstverständlich viel miteinander und bespricht alles Notwendige zwischendurch.

Können wir das noch, einfach nur Paar sein?

Läuft das einige Jahre so, wird es zur Normalität. Spätestens wenn die Kinder dann selbstständig werden und aus dem Haus sind, wird das wieder anders. Plötzlich ist es ruhig, man hat nicht mehr so viel Familienzeit und einige der Termine fallen weg. Dann ist da „nur“ mehr der Partner und rückt wieder in den Vordergrund und es wird klar, dass die Beziehungspflege vernachlässigt wurde.

Ein Ehepartner soll nicht einfach nur anwesend sein – nein! Der Partner ist gleichzeitig der beste Freund, der treueste Unterstützer, die Anlaufstelle für Probleme und Sorgen und der Mensch, mit dem man über alles reden, lachen und auch schweigen kann

Dann tauchen üblicherweise Fragen auf wie: Haben wir uns nach den Jahren, in denen sich alles rund um die Kinder gedreht hat, noch etwas zu sagen? Was machen wir mit der nun unverplanten Zeit? Können wir das noch, einfach nur Paar sein? Verstehen wir uns überhaupt noch und was verbindet uns?

Diese Zeit ist für viele Paare – die jetzt nicht mehr hauptsächlich Eltern sind – schwierig. Man ist einfach nicht gewohnt, so viel Zeit miteinander zu verbringen. Die Beziehung war nicht so wichtig, ist eher nebenher gerannt oder wenn gerade mal Zeit war. Man ist einander nun manchmal fast fremd und muss wieder aktiv mit der Beziehungspflege beginnen.

Wir glauben, dass das auch anders geht!

Für uns war klar, dass unsere Ehe an erster Stelle steht, denn wir glauben, dass es wirklich stimmt: Glückliche Eltern – glückliche Kinder!

Das heißt für uns: wenn wir miteinander glücklich sind, strahlt das auf unsere Umgebung aus und am nähesten stehen uns unsere Kinder. Unsere Ehe soll immer stabiler und beständiger werden, sie soll ja noch lange nachdem unsere Kinder selber erwachsen sind halten!
Wir sind auch ganz klar das Vorbild für unsere eigenen Kinder. Von uns lernen sie, wie eine Ehe sein kann und das ist ausschlaggebend für ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen. Ein Ehepartner soll nicht einfach nur anwesend sein – nein! Der Partner ist gleichzeitig der beste Freund, der treueste Unterstützer, die Anlaufstelle für Probleme und Sorgen und der Mensch, mit dem man über alles reden, lachen und auch schweigen kann. Das muss für unsere Kinder spürbar sein!

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Ja, wir sind gern nach wie vor verliebt ineinander und zeigen das auch. Wir freuen uns, wenn der andere nach Hause kommt, wir umarmen und küssen uns auch vor den Kindern. Natürlich merken unsere Kinder auch, dass wir nicht immer einer Meinung sind und vielleicht auch einmal streiten. Umso wichtiger finden wir, dass sie die Versöhnung und den normalen Umgang genau so mitbekommen! Auch für unsere Kinder ist es wertvoll, wenn sie sehen, dass Beziehungspflege zum Alltag als Eltern gehört – wir hoffen, dass sie selbst als Erwachsene davon profitieren werden.

Kinder, bitte warten

Unsere Kinder merken, dass wir einander nicht gleichgültig sind und uns nach wie vor interessant, spannend und wichtig finden. Im Alltag heißt das für unsere Kinder dadurch manchmal: bitte warten!

Für uns war klar, dass unsere Ehe an erster Stelle steht, denn wir glauben, dass es wirklich stimmt: Glückliche Eltern – glückliche Kinder!

Uns beiden war es wichtig, dass unsere Kinder lernen andere nicht zu unterbrechen. Das ist einerseits eine Ausdrucksform der Höflichkeit, andererseits auch ein Zeichen für unsere Kinder. Wenn wir miteinander sprechen, dann hat das Priorität! Natürlich gibt es Situationen, in denen wir unsere Gespräche unterbrechen: wenn eines unserer Kinder sich verletzt, Hilfe braucht oder etwas passiert ist. Dann sind unsere Kinder unsere gemeinsame Priorität! Doch sonst wissen sie, dass sie warten sollen bis wir fertig sind. Das war mit ein oder zwei Jahren noch nicht möglich, aber jetzt mit vier und sechs Jahren geht das sehr wohl.

Ein paar Minuten nur für uns

Auch wenn einer von uns nach der Arbeit heim kommt ist klar, dass die ersten Minuten nur uns zwei gehören. Die Kinder wissen schon, dass wir uns für ein paar Minuten im Vorzimmer unterhalten. Es sind Kleinigkeiten, über die wir sprechen: wie war dein Tag? Gab es schöne Momente, gab es Ärger? Was möchten wir einander mitteilen, über die Arbeit, über die Kinder? Nach den paar Minuten nur für uns sind wir wieder im Einklang und können uns gemeinsam den Kindern widmen. Dann ist Zeit von Kindergarten und Schule zu berichten, zu kuscheln, zu lesen oder miteinander zu spielen.

Nicht immer ist es leicht für Kinder zu akzeptieren, dass sie nicht ununterbrochen im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen. Beim Spazierengehen gehen wir oft Hand in Hand. Nicht nur unsere Hunde würden da oft gern genau zwischen uns gehen, auch unsere Kinder! Da gab es immer wieder Diskussionen und es dauerte einige Zeit, bis wir wieder gemeinsam ohne Tränen spazieren gehen konnten.

Bewusst Zeit nehmen

Warum machen wir das? Oft ist es der schwierige Weg, diese kleinen Momente im Alltag durchzusetzen. Beziehungspflege ist wichtig und erfordert ein gewisses Maß an Konsequenz. Doch genau diese Momente sind es, die uns immer wieder im Alltag zeigen, dass wir einander wichtig sind. Dadurch pflegen wir unsere Beziehung und bestätigen unsere Verbindung.

Du bist meine Nummer 1 – das bedeutet auch, das wir Zeit brauchen um immer weiter zusammen zu wachsen. Ja, auch wenn man bereits einige Zeit verheiratet ist und meint einander sehr gut zu kennen, gibt es noch immer viel am anderen zu entdecken! Ehrlich gesagt, damit sollte man sowieso nie aufhören. Und genau dieses Interesse aneinander muss man manchmal bewusst üben.

Das heißt beispielsweise, nicht jeden Abend gemeinsam fernzusehen (wobei das durchaus nett sein kann und dazu gehören darf!), sondern sich immer wieder besonders Zeit füreinander zu nehmen. Wir als Paar brauchen Zeit um unsere Gemeinsamkeiten zu pflegen – nicht nur schnell zwischendurch, sondern auch ganz bewusst Zeit in die Beziehungspflege investieren. Für manche heißt das, hin und wieder ein Wochenende ohne Kinder zu verbringen, Neues zu erkunden – für andere ist es regelmäßig gemeinsam Sport zu machen, ein Konzert zu besuchen oder einem anderen Hobby nachzugehen. Selbstverständlich gehört auch die körperliche Nähe dazu.

Es ist einfach wichtig und notwendig, die Beziehung und den Partner immer wieder bewusst wahrzunehmen, zu pflegen und in den Mittelpunkt zu stellen! Mit jungen Kindern ist das manchmal schwierig, aber es ist den Aufwand wert: glückliche Eltern – glückliche Kinder!

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EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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