16. Februar 2015

Faschingskostüme in letzter Minute


Wenn der Sohn statt Harry Potter oder Römer plötzlich doch Pirat sein will oder die Zeit bis zum Faschingsfest einfach nicht reicht: Tipps für kreative und schnelle Faschingskostüme zum Selbermachen.

Eigentlich sollte mein Sohn heuer als Harry Potter gehen. Am Montag in den Semesterferien war plötzlich alles anders: „Geht eine Hakenhand?“ war nämlich die Frage, die mir mein Kind fernmündlich über Omas Handy stellte. Eine Frage, die mich im ersten Moment zugegebenermaßen stirnrunzelnd zurück ließ: „Eine Hakenhand, mein Schatz?“ „Naja Mami, ich steh da mit der Oma im Spielzeuggeschäft und da gibt’s so eine coole Hakenhand, weißt eh, wie die vom Käpt‘n Hook.“ Ah, jetzt war ich im Bilde. Dahin hatte es die beiden also verschlagen. Angekündigt wurde es mir ja schon, dass als Belohnung für das wunderbare erste Zeugnis eine Kleinigkeit ausgesucht werden darf. Na bitte, dann soll es meinetwegen halt die Hakenhand sein, sage ich und bekomme erfreulicherweise gleich die uneingeschränkt große Freude meines Kindes zu hören. „Mami, du bist die Beste. Und: Ich würd dann halt im Fasching doch als Pirat gehen. Das Kostüm vom letzten Jahr passt mir bestimmt noch, oder?“

Faschingskostüme sind wiederverwertbar

Böse war ich nicht, um ehrlich zu sein. Denn wie mein Sohn ja gesagt hat, ein Piratenkostüm haben wir. Letztes Jahr haben es mein Mann und ich gebastelt und genäht. Er den Hut, ich die „Uniform“. War halt doch viel billiger, als im nächsten Geschäft ein Kostüm zu kaufen. Die „Rohstoffe“ hatten wir von Textil Müller in Klosterneuburg, der zwar öffentlich nicht so leicht zu erreichen ist, aber allerhand Stoffe zu sehr günstigen Preisen bietet, dazu noch Borten und Knöpfe und und und. Stolz und zufrieden mit sich und der Piratenwelt ist unser Sohn damals dann in den Kindergarten gewandert. Warum also dann nicht heuer auch in die Schule?

Doch lieber ein Römer

Zuhause angekommen ist aber alles dann doch wieder ganz anders: Die Hakenhand ist zwar ein echter Renner. Allerdings haben Oma und Opa nicht nur die spendiert, sondern auch ein Buch über Römer. „Mami, ich möchte doch lieber ein Römer sein. Geht das? Pirat war ich ja schon!“ Nun gut, ein Römerkostüm. Und natürlich hatte mein Sohn konkrete Vorstellungen, wie das auszusehen hat. Einen Brustharnisch braucht er, einen Helm sowieso, außerdem – „bitte, bitte, bitte!“ – einen roten Umhang. Soll ja nicht irgendein Römer sein, sondern Gaius Julius Cäsar. Und natürlich alles verziert mit „ganz viel Gold“.

Kostümwerkstatt zuhause

Textil Müller in Klosterneuburg war mir dann doch zu weit vom Schuss. Aber im 2. Bezirk, gleich beim Karmelitermarkt gibt es auch eine Filiale, die alles bereit hält, was man so braucht: Braunen Walkloden für den Harnisch, roten Jersey für den Umhang und Goldknöpfe in allen Größen. Ja, und schon war die „Kostümwerkstatt“ meines Mannes und mir wieder eröffnet: Ich habe genäht, er Knöpfe und Goldnieten appliziert. Gleich nach den Semesterferien war dann das Faschingsfest in der Schule: Unser kleiner Cäsar war sehr zufrieden mit seinem Kostüm und das freute uns Eltern halt dann auch. Nur froh waren wir, dass unser Sohn uns ein bisschen Vorbereitungszeit gelassen hat und die Idee vom Römerkostüm nicht erst im letzten Moment geboren wurde…

Last Minute-Faschingskostüme zum Selbermachen

Für alle, deren Kinder weniger „gnädig“ sind: Hier drei Ideen für eine Last-Minute-Verkleidung.

  • Der Pirat
    Mit einer alten Hose, deren Beine fransig abgeschnitten wurden, einem ausgewaschenen, vielleicht sogar geringelten T-Shirt und einem Tuch von Mama, das piratenmäßig um den Kopf geschlungen wird, entsteht ganz schnell ein „Held der Meere“. Wenn dein Kind vielleicht sogar einen Stofftier-Papagei oder eine Plüschratte hat, perfekt! Nähe ihm das doch einfach mit ein paar einfachen Stichen auf das T-Shirt, als säße es auf seiner Schulter.
  • Der Schlafwandler
    In einem coolen Pyjama, mit einem Kopfpolster unter dem Arm und völlig zerzaust Haaren – da kann man eventuell auch mit Gel nachhelfen – hat ihr Kind auf alle Fälle auch garantiert ein gemütliches Faschingsfest vor sich.
  • Die Mumie
    Klopapier hat man doch eigentlich immer daheim, oder? Damit Arme, Beine, Rumpf und Kopf ihres Kindes dick umwickeln, das Gesicht dabei aussparen, aber eventuell weiß schminken und schon ist sie fertig: die gruseligste und, was aber einem gewissen Alter wichtig wird, auch „coolste“ Last-Minute-Verkleidung.

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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