14. März 2019

Zahnpflege bei Kindern: Gut zu wissen

Zahnpflege bei Kindern: Gut zu wissen - meinefamilie.at

Zähneputzen ist wichtig, auch schon bei Milchzähnen. Um Kinderzähne schön und gesund erhalten zu können, sollte man als Eltern zuerst ein paar Begriffe besser verstehen lernen.

Was ist überhaupt Karies?

Karies ist eine lokalisierte Erkrankung des Zahnhartgewebes, die erst durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht. Einer der Hauptfaktoren ist der „Wirt“: Wie tief sind die Grübchen und Furchen im Zahnschmelz, wie viel Speichel reinigt die Zahnoberflächen, wie eng stehen die Zähne zusammen, sind diese gut putzbar, usw.

Zahnpflege bei Kindern: Gut zu wissen - meinefamilie.at

Ein anderer Faktor ist die „Plaque“, also der Zahnbelag mit seinen Bakterien. Der dritte Faktor ist das „Substrat“: wieviel Zucker oder Säuren werden wie oft konsumiert.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die „Zeit“: Wie lange haben nun die, vor allem durch Zucker, gestärkten Bakterien, Zeit den Zahnschmelz und das Zahnbein (Dentin) aufzulösen und ein „Loch“ entstehen zu lassen.

Nur wenn die Bakterien genügend Zeit haben die Zahnhartsubstanz lange genug zu „bearbeiten“, wird auch ein „Loch“- eine sogenannte Kavität- entstehen. Daher ist regelmäßiges Entfernen der Plaque- sprich Zähneputzen essentiell.

Hilfreiches zum Thema „Wirt“

Auch vor dem ersten Zahn, im Mutterleib, können schon die Weichen für die spätere Zahngesundheit gestellt werden. Früher verabreichte man deshalb als „Frühschutz“ in der Schwangerschaft Fluoridtabletten, was heutzutage dank Fluoridierung des Salzes und der Verwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten nicht mehr empfohlen wird. Dennoch können die Einnahme bestimmter Medikamente oder schwere Erkrankungen in der Schwangerschaft zu Störungen bei der Zahnbildung führen. Nur ganz selten findet man Schmelzbildungsstörungen im Rahmen einer Erbkrankheit. Der Satz „Meine Eltern hatten auch schon so schlechte Zähne“ ist meist ein Mythos. „Karies“ wird nicht vererbt, das Putzverhalten allerdings wird sehr wohl in der Familie weitergegeben.

Tipps zum Faktor „Plaque“

Hier kann man auch schon vor beziehungsweise während des Durchbruchs des ersten Zahnes gewaltigen Schaden anrichten: Noch immer wissen viele Eltern nicht, dass man Schnuller oder Babylöffel auf keinen Fall abschlecken darf. Wenn der Erwachsene irgendwo im Mund eine aktive kariöse Läsion hat, dann kann er das Baby so mit seinen Bakterien „anstecken“.

Der Faktor „Substrat“

Zucker ist die Lieblingsspeise der Karies verursachenden Bakterien. Dabei ist es ihnen ziemlich egal ob es sich beispielsweise um Traubenzucker oder herkömmlichen weißen Zucker handelt. Säurehaltige Lebensmittel unterstützen zusätzlich den Abbau von Zahnhartsubstanz. Das beste Beispiel für beides in einem wären saure Gummidrops oder diverse zuckerhaltige Limonaden. Ab und zu einmal ein Stück Schokolade ist daher „besser“ als ein Schlecker, zumindest für die Zahnhartsubstanz.

Zahnpflege bei Kindern: Gut zu wissen - meinefamilie.at

Einfluss des Faktors „Zeit“

Nur wenn die Bakterien genügend Zeit haben die Zahnhartsubstanz lange genug zu „bearbeiten“, wird auch ein „Loch“- eine sogenannte Kavität- entstehen. Daher ist regelmäßiges Entfernen der Plaque- sprich Zähneputzen essentiell.

Das „nursing bottle syndrom“

Zahnpflege bei Kindern: Gut zu wissen - meinefamilie.at

Eine leider noch immer auftretende Erkrankung bezieht alle die oben genannten Faktoren mit ein: Das „nursing bottle syndrom“ oder die „Early Childhood Caries“.
Die unreifen Milchzähne werden von den Bakterien geradezu aufgefressen, wenn Kleinkinder ständig zur Beruhigung oder auch im Schlaf an süßen Fläschchen nuckeln. Ein schockierendes Beispiel kann hier eingesehen werden.

Leider sind gesüßte Tees oder Säfte in Trinkflaschen noch sehr häufig in Verwendung, dabei könnten Eltern hier besonders gut ansetzen, um die Zähne ihrer Kinder zu schützen.



EIN ARTIKEL VON
  • Marianne Nussmueller

    Mein Name ist Dr.med.dent. Marianne Nussmüller. Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet und Mutter zweier Kinder. Mein Sohn ist 5 Jahre alt und meine Tochter ein halbes Jahr. Von Beruf bin ich Zahnärztin.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at