6. Dezember 2019

Wir stecken alle unter einer Decke – ein Plädoyer für das Familienbett

wir stecken alle unter einer decke – ein plädoyer für das familienbett

Bevor unsere Tochter auf die Welt kam, habe ich eigentlich nicht wirklich über die Schlafsituation nachgedacht. Es war ganz klar, dass wir ein Anstellbett haben würden, damit sie direkt neben uns liegen kann und nächtliche Fütter- und Tröstungsepisoden schnell und ohne viel Aufwand möglich sind.

In der Praxis hat sich das Anstellbett dann nicht so gut bewährt. Mein glücklicherweise sehr involvierter Ehemann konnte sich nicht einbringen, denn er hätte entweder über mich klettern oder aufstehen und rund ums Bett laufen müssen.

Beides hätte nicht unbedingt zu meiner Entlastung beigetragen, da ich trotzdem aufgeweckt wurde – entweder durch ein Knie im Rücken oder durch ein weinendes Kind, weil Hilfe nicht sofort vor Ort war.

Ziemlich bald wanderte unser Baby zwischen uns ins Bett, das Anstellbett wurde begeistert von den Katzen angenommen und in ein großes Katzennest umgewandelt.

Alle in einem Bett

So schliefen wir einige Monate sehr gut und ungestört. Bald allerdings wurde unsere kleine Maus ziemlich aktiv im Schlaf und begann herumzuwandern und zu – treten. Nachdem wir einige Male nachts von einem acht Monate alten Kind aus dem Bett getreten wurden, wurde für uns klar, dass wir an einem Scheideweg standen: das Kind allein in ein eigenes Bett legen oder ein Familienbett bauen.

Nun hatten wir das Glück, dass unser Doppelbett in einer etwa 3m breiten Nische unseres Schlafzimmers stand – damit brauchten wir einfach nur ein normales Bett in gleicher Höhe zu unserem Ehebett Second Hand zu erstehen und mit dem Doppelbett zu verbinden.

Nun schlafen wir schon seit langem sehr gut in unserem Riesenbett und daher kann ich es einfach nur weiterempfehlen.

Warum das Familienbett so toll ist

Und weil das Familienbett für uns so toll ist, kann ich nur ein leidenschaftliches Plädoyer für es halten: seit Anbeginn der Menschheit schlafen Babies bei ihren Eltern/Müttern im Bett (ich nehme an, zu Anbeginn der Menschheit war das noch im Nest). Daher haben sich Kinder wohl darauf eingestellt, die Nächte so nahe bei ihren Eltern bzw. Müttern zu verbringen, sie fühlen sich sicher, wenn sie spüren, dass jemand da ist, der sie beschützt.

Aber auch für die Eltern kann das Familienbett vieles entspannen: das nächtliches Füttern funktioniert fast „im Schlaf“, ohne aufzustehen; man bekommt schon kleine Regungen des Babys mit, es muss gar nicht aufwachen und weinen, und kann ganz schnell getröstet werden.

Oft höre ich, dass Eltern Angst haben, ihr Kind im gemeinsamen Bett zu verletzen – aber davor braucht man sich glücklicherweise nicht zu fürchten: Gefahr besteht für Babies nur, wenn die Eltern alkoholisiert sind oder unter anderen Drogen stehen. Extremes Übergewicht kann ebenfalls zu einem Problem werden, weil das Baby in die Richtung rollt, in der die Matratze sehr tief eingedrückt ist.

Aber wenn keiner dieser Risikofaktoren zutrifft, dann spricht nichts gegen das Schlafen im Familienbett, im Gegenteil, einige Studien kommen zu dem Ergebnis, dass das Risiko, am plötzlichen Kindstod zu sterben, für Kinder im Elternbett geringer ist (wahrscheinlich, weil die Eltern jedes abnormale Atemmuster ihres Kindes sofort registrieren).

Last but not Least

Das Schlafen im gemeinsamen Bett verlängert die tägliche Kuschelzeit! Gemessen an der gesamten Lebenszeit hat man nur eine so kurze Kuschelzeit mit den Kleinen, die sollte man richtig intensiv nutzen und rundum genießen.

Nachlesen zum Thema Familienbett kann man unter anderem bei Herbert Renz-Polster „Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten“, und „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt“ sowie Carlos Gonzáles „In Liebe wachsen“.



EIN ARTIKEL VON
  • Martina Goldenberg

    Studierte Biologin, mit ganzem Herzen Adoptivmama, berufliche Bildungsarbeiterin, leidenschaftliche Öko-Fanatikerin, begeisterte Gärtnerin, fast schon zwanghaft Kreative, unverbesserliche Optimistin, nebenbei Outdoorpädagogin, schon lange Katzenmama. Mein Leben ist bunt und ich freue mich auf jeden neuen Tag, den ich mit meiner Familie und meinen Freunden erleben darf.


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