15. Oktober 2019

Was wir in der Schwangerschaft „säen“, können wir danach „ernten“

Was wir in der Schwangerschaft „säen“ können wir danach „ernten“

Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Gute Planung ist das halbe Leben.“ Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Leben ebenfalls mitreden und seinen Platz haben möchte und es strikte Pläne nur allzu gerne durchkreuzt.

Daher versuche ich immer wieder meine „Sehr-gerne-Planungs-Neigung“ loszulassen und das Leben voller Urvertrauen (Gottvertrauen) auf mich zukommen zu lassen und Platz frei zu machen. Und ich staune immer wieder, welche unerwarteten, wundervollen Gelegenheiten und Begebenheiten sich auftun und welche Türen sich wie von alleine öffnen.

Gute Planung ist das halbe Leben

Andererseits habe ich gesehen, wie hilfreich und erleichternd eine gute Planung und eine gewissenhafte Vorbereitung sein können. In der zweiten Schwangerschaft haben wir uns dank dem Rat unserer Hebamme sehr intensiv auf die erste Zeit nach der Geburt vorbereiten können. Rückblickend war dies eine tolle Entscheidung und tatsächlich konnten wir das „ernten“, was wir zuvor „gesät“ hatten.

Hier habe ich einige Vorbereitungen zusammen gesammelt, welche für uns eine Hilfestellung waren – vielleicht können auch Sie von dem einen oder anderem profitieren.

Unsere Erfahrungen und Tipps

Ein Tipp unserer Hebamme war, dass wir unser „Mittagessen“ vorkochen und einfrieren sollten.

In Hinblick dessen, das ein älteres Geschwisterchen da war, dessen Magen gefüllt werden sollte und ich nicht sagen konnte, wie ich mit dem Baby zum Kochen kommen würde, nahmen wir diesen Rat dankend an. Nachdem mir in den letzten Wochen im Mutterschutz zudem schon langweilig wurde, nützte ich diese Zeit um immer gleich die doppelte Menge Mittagessen zu kochen.

Die Hälfte davon wurde eingefroren. Als unser Baby schließlich da war, gab es die erste Zeit aufgetautes Essen und ich musste mir somit keinen Stress mit der Zubereitung machen und auch keinen Gedanken verschwenden, was ich heute wieder mal kochen sollte.

Mein Partner und ich besuchten einen „Positiv-Birthing-Kurs“, von dem ich sowohl in der Schwangerschaft, während und sogar noch nach der Geburt zehren konnte.

Bei Positiv-Birthing oder auch Hypno-Birthing geht es darum, sich mental auf die Geburt und das Elternsein vorzubereiten. Es wird das Bewusstsein geweckt, dass die Geburt etwas Schönes und Natürliches ist, wovor man sich nicht fürchten braucht.

Gemeinsam werden negative Denkmuster, wie in etwa „gebären muss schmerzhaft sein“, Ängste und Sorgen, auch in Hinblick auf das Elternsein, gelöst.

Weiters werden Tiefenentspannungstechniken und Atemübungen eingelernt. Diese werden in der Schwangerschaft selbst immer wieder gemacht. Von der Entspannung und der richtigen Atmung profitiert schon das Baby im Mutterleib, da es alle Gefühle der Mutter wahrnimmt. Während der Geburt ist das richtige Atmen wichtig, damit das Baby mit genügend Sauerstoff versorgt wird.

Was wir in der Schwangerschaft „säen“ können wir danach „ernten“
(c)iStock

Durch Entspannungsübungen und andere Methoden, wird während der Geburt versucht, das Gehirn vom Druck und Schmerz abzulenken. Zudem visualisiert man die Geburt, die man sich wünscht. Ich kann nur sagen, wir hatten eine wundervolle Geburt. Ich brauchte keinerlei Schmerzmittel oder irgendwelche anderen, medizinischen Hilfsmittel. Und von den sechs Stunden, die wir im Krankenhaus waren, waren lediglich die letzten 15 Minuten heftig.

Durch die Entspannungsübungen, die die Männer den Frauen vorlesen können, hatte auch mein Partner etwas „aktiv“ zu tun und er hatte das Gefühl, dass er mich unterstützen konnte und nicht nur hilflos daneben stehen musste.

Unsere kleine Maus dürfte von den Entspannungsübungen ebenfalls profitiert haben. Sie war das relaxteste Baby, das wir je gesehen haben. Sie trank sofort brav und schlief quasi von Anfang an durch. Sie kam zwar ein paar Mal trinken in der Nacht, doch schlief sie sofort weiter.

Unsere Hebamme erzählte mir bestätigend, dass kein einziges Paar, welches bei ihr einen „Positiv-Birthing-Kurs“ besucht hatte, ein Schreibaby sei.

Wer weiß, vielleicht mag ja jetzt jemand denken, „ Alles nur Zufall und reines Glück.“ Doch ich muss sagen, ich würde wieder solch einen Vorbereitungskurs besuchen. Denn ich hatte beides: Ein Schreibaby und ein entspanntes Baby.

Weiters organisierten wir schon früh genug „Schultaxis“ für unsere große Tochter.

Mein Partner konnte sich nicht sehr lange frei nehmen nach der Geburt. Ich wünschte mir dennoch Unterstützung, um die erste Eingewöhnungsphase so sanft und stressfrei wie möglich zu gestalten. So konnte unsere Große mit den Nachbarn mit in die Schule fahren und wieder heim. Freunde und Verwandte schlugen vor, dass sie uns Lebensmittel mit einkaufen konnten, wenn sie sowieso in einem Geschäft waren.

Früh genug vor dem errechneten Geburtstermin haben wir darauf geachtet, dass alles bereits zu Hause war, was wir für die erste Zeit benötigten.

Sprich: Baby-Erstausstattung, Windeln, Schnuller, Babyphone, Wöchnerinnen-Einlagen usw. Dementsprechend mussten wir uns nach der Geburt um nichts mehr kümmern.

Wir fanden es sehr schön und intim, die erste gemeinsame „Kennenlernzeit“ einfach nur mit gemeinsamem, liebevollem „Sein“ zu verbringen.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Doris Dolezal

    Mit Herz, Hirn und Humor versuchen mein Partner und ich den Alltag mit unseren zwei wundervollen Mädels (8 Jahre und 5 Monate) und unserem Kater zu meistern. Doch nicht nur in der Familie sammle ich die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Kindern, auch in meinem Beruf als Religionspädagogin.


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