19. Mai 2019

Vaterfrühkarenz: Der Papamonat


Ein Monat ist vergangen seit der Geburt unseres Babyboys und somit auch mein “Papamonat”. Es wird auch Väterfrühkarenz genannt – welche Bezeichnung jetzt für die Krankenkasse, Dienstgeber oder sonstige Institutionen, mit denen man in Verbindung kommt, relevant ist.

Hinter diesem schönen Angebot verbergen sich viele Unklarheiten, dadurch das es erst ziemlich neu ist. Mit einem reibungslosen Antrag darf man also nicht sofort rechnen. Obwohl ich es schon mindestens 4-6 Wochen vorher beantragte und noch viel früher ankündigte, fühlte ich mich erst nach der ersten Woche im Papamonat wohl.

Wo muss der Antrag denn nun hin?

Arbeitsmarktservice? Krankenkasse? Dienstgeber? Im Endeffekt gehörte es zuerst vom Dienstgeber bestätigt, danach von der Personalverrechnung der Firma, welche sich mit der Krankenkasse verbinden muss (oder andersrum), dann von der Krankenkasse, und wenn man sich sicher gehen will, dass alles passt, kontaktiert man jeden einzelnen und fragt nach.

Ich fühlte mich sehr unsicher, ob tatsächlich alles so funktioniert weil man natürlich im Nachhinein nichts falsch gemacht haben will, damit es nicht zu weiteren Komplikationen führt.

Wie ist das mit dem Einkommen?

Etwas, was man vielleicht mit einberechnen möchte, wäre das Einkommen. Man bezieht in der Zeit (wahlweise 28, 29, 30, 31 Tage) kein Gehalt vom Dienstgeber und bekommt nur 700€ von der Krankenkasse, welche im Nachhinein vom Karenzgeld abgezogen werden. Also man sollte auf jeden Fall etwas bei der Seite haben, um nicht in Zahlungen unterzugehen.

Im Großen und Ganzen lässt es sich empfehlen, sich wirklich früh darauf vorzubereiten und alles früh genug zu organisieren. Hier nochmal eine kleine Übersicht zur Hilfe:

Arbeitgeber fragen, ob es überhaupt möglich ist.

Vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen lassen.

Die Personalverrechnung fragen, ob sie sich schon in Verbindung mit der Krankenkasse gesetzt hat.

Antrag von der Firma zur Krankenkasse schicken lassen oder selbst schicken.

Antrag von der Krankenkasse ausfüllen und abschicken.

Für alle Fälle nochmals bei allen nachfragen, ob alles gepasst hat.

Es lohnt sich!

(c) iStock

Weg von den Formalitäten und zurück zum Papamonat selbst. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mich mit meiner Frau dazu entschieden habe, es zu machen. Finanziell hat man einen Rückschlag erlitten, aber der Wert für die Zeit, die man mit seiner Familie verbringen kann, ist unbeschreiblich.

Man lernt, glaub ich, erst dann richtig zu schätzen, wie schwer es für eine neugewordene Mama sein muss, wenn man es selbst im Papamonat sieht. Im Allgemeinen weiß man das natürlich auch. Doch wenn man es Tag für Tag miterlebt und mitfühlt, kann man sich wirklich nur schwer von dem Gedanken wenden, wie es im ersten Monat für eine Mama allein wäre. In dem Sinne möchte ich meinen Respekt für alle Mütter dieser Welt aussprechen.

Somit schätze ich auch unglaublich viel, was meine Mutter für mich alles tun musste und genauso möchte ich der Frau an meiner Seite für ihre Stärke und ihren Willen danken.

Es war ein wirklich schöner und zugleich auch ein sehr lehrreicher Monat. Meiner Meinung nach war es zu kurz und ich wünschte, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen konnte. Genauso hätte ich mir gewünscht, dass man finanziell ein bisschen mehr Unterstützung bekommen hätte, da man nur die Hälfte vom normalen Einkommen bekommt – in einer Zeit, wo das Geld nur so hinweg fließt… bei den ganzen Windeln und sonstigem, was man so für’s Baby braucht und letzten Endes auch vom Karenzgeld abgezogen wird.

Also an alle werdenden Papas und Familien, die es sich leisten können: Nehmt euch den Papamonat, wenn es gegeben ist – denn es ist eine unglaublich schöne Zeit und ihr könnt diese Erfahrung nur in diesen rund 30 Tagen machen!


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