18. März 2018

Sport mit Baby – eine spannende Erfahrung

sport mit baby - meinefamilie.at

Ein paar Wochen nach der Geburt betrachtete ich mich im Spiegel und dachte, jemand hätte meinen Körper ausgetauscht. Plötzlich verspürte ich einen starken Drang, etwas zu tun. Aber was kann eine Frau mit einem kleinen Baby für Sportarten betreiben? Ich machte mich auf die Suche und wurde fündig.

Hüpfen wie ein Känguru

Wie werde ich fit, obwohl meine gesamte Zeit meinem Kind gehört? Die Antwort fand ich in einem Kanga-Kurs.

Als mein Sohn vier Monate alt war, meldete ich mich an. Vor der ersten Stunde hatten wir eine Trageberatung und schon ging es los. In einem großen Saal lagen mehrere Sportmatten. Ich suchte mir einen Platz, zur Sicherheit ganz weit hinten, und betrachtete das Geschehen um mich herum. Eine Mama hat ihr Baby gestillt, andere Mütter haben sich unterhalten, umgezogen, oder einfach nur andere beobachtet, Babys robbten durch die Gegend, es war laut und chaotisch. Trotzdem fühlte ich mich wohl und als wir ein paar Augenblicke später mit dem Sport begannen, wurde es kein bisschen ruhiger. Alle Babys hatten etwas zu melden und trotzdem fühlte sich niemand gestört. Das war sehr angenehm.

#Nähe zum Nachwuchs

Unsere Trainerin hatte eine kräftige Stimme und ließ uns nicht faulenzen. Kurz aufwärmen, ein paar Kraftübungen auf dem Boden und schon wurden alle Babys in die Trage gegeben und die Matten zur Seite geschoben. Das Baby in der Trage sorgt für zusätzliches Gewicht beim Trainieren und gleichzeitig sind die Kleinen glücklich und zufrieden.

#So lässt sich Spaß und Rückbildung kombinieren

Die Trainerin schaltete rhythmische Musik ein und brachte uns verschiedene Choreographien bei. Kanga-Training beinhaltet Tanzen und Teile aus verschiedenen Sportbereichen, wie Rückbildungsgymnastik, Pilates, Yoga, Callanetics, High Intensity Training und vieles mehr. An Abwechslung mangelte es also nicht. Und ich war nach der ersten Stunde völlig verschwitzt. Mein Sohn hat während der Trainingsstunde in der Trage ruhig geschlafen. Anscheinend fühlte er sich wohl.

#Schwierig mit mobilen Babys

Für mich war dieser Kurs perfekt, dennoch musste ich mich zwei Monate später nach einer Alternative umschauen. Denn mein Sohn ist mobiler geworden und wollte nicht mehr in der Trage bleiben. Außerdem kam ein heißer Sommer und ihn so nah an mir zu haben erzeugte noch mehr Hitze, was für uns beide unerträglich wurde.

Gut angegurtet

Nach dem heißen Sommer machte ich mich wieder auf die Suche nach einer Sportart, die ich mit meinem Baby betreiben könnte. Ich meldete mich für einen Kurs an, der „Fit dank Baby“ hieß. „Fitnesstraining für die Mamas und spielerische Übungen für die Babys. Das Baby ist nicht nur dabei, es ist ein wichtiger Teil der Stunde.“ Das habe ich zuvor auf der Webseite des Kurses gelesen.

#Sportgurte für die Mamas

Voller Erwartungen ging ich zu meiner ersten Stunde. In einem großen Saal waren im Kreis mehrere Matten geordnet, auf denen blaue Gurte lagen. Diese unterstützen den stabilen und sicheren Halt des Babys am Körper der Mutter und dienen als vielseitiges Trainingsgerät. Auch sorgen sie für die richtige Körperhaltung beim Training.

#Spielzeug für die Kleinen

In der Mitte zwischen den Matten war eine Decke voller Spielzeug. Mein Sohn krabbelte gleich hin und ich suchte mir eine Matte aus. Doch am Boden blieb ich nicht lange. Nach einer kurzen Atem- und Entspannungsübung mussten wir aufstehen und mit verschiedenen Arm- und Beinbewegungen haben wir uns bei dynamischer Musik aufgewärmt. Ab hier hatten wir die Gurte um unsere Bäuche geschnallt und schon nach dieser Aufwärmphase brannten meine Oberschenkel wie Feuer. Manche Babys waren während dieser Phase im Gurt bei ihren Mamas. Mein Sohn ersparte mir das zusätzliche Gewicht und spielte friedlich mit den vielen Spielsachen. Zum Glück!

#Kraftübung nach der Schwangerschaft

Danach trainierten wir überwiegend auf dem Boden. Verschiedene Kraftübungen konzentrierten sich auf alle Körperpartien. Bauch, Beine, Po, aber auch der Rücken wurden trainiert. Zwischendurch gab es immer wieder Einheiten mit dem Baby: Ein lustiges Lied zum Mitmachen, bekannte Melodien mit einem Tanz oder einfach nur kurze Kinderlieder, bei denen wir verschiedene Übungen mit unseren Babys durchgeführt haben. Die 75 Minuten waren sehr schnell um. Ich war ein bisschen weniger verschwitzt als nach dem Kanga-Training. Es lag vermutlich daran, dass mein Sohn nicht die ganze Zeit so eng bei mir war. Aber mein Muskelkater am nächsten Tag ließ mich diese Sportstunde nicht so schnell vergessen. Und die restlichen Stunden waren auch sehr effektiv.

Sport mit Baby – Spaß und Herausforderung

Mein Fazit nach diesen Erfahrungen? Beide Kurse haben irrsinnig viel Spaß gemacht. Beide haben meinem Körper gut getan. Und auch die Atmosphäre war einzigartig. Mütter, die viel zu besprechen haben, denn alle haben die gleichen Sorgen und Alltagsprobleme. Babys, die ungefähr gleich alt waren, und die Kurse auf den Kopf gestellt haben. Ich fühlte mich sehr wohl bei beiden Kursen.

Wer ein Baby hat, das sich gerne tragen lässt, sollte es mit dem Kanga-Training probieren. Und die Mütter, deren Kinder auch mal alleine spielen können, oder mit einer Trage nicht klar kommen, können zum „Fit dank Baby“-Kurs gehen. Beide Kurse haben mir viel gegeben. Im Kreise anderer Mütter, mit guter Musik, habe ich gelacht und geschwitzt wie schon lange nicht mehr. Und mein Muskelkater ist nach zwei Monaten Sport kaum noch da, dafür habe ich kräftigere Muskeln und bin motivierter mich zu bewegen. Der nächste Kurs ist schon gebucht!

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EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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