30. September 2018

Ordnung halten: gemeinsam schaffen wir mehr

ordnung halten - meinefamilie.at

Viele Eltern beschweren sich, dass sie ständig hinter ihren Kindern her räumen müssen. Aber ist es wirklich notwendig? Schaffen manche Kinder keine Ordnung zu machen, oder sind die Eltern daran schuld? Und wie erziehe ich mein Kind zu einem ordentlichen Menschen?

Vor ein paar Tagen führte mich mein 20 Monate alter Sohn in sein Kinderzimmer. Stolz zeigte er mir, wie er alle seine Autos in die Kiste gegeben hat, in die sie rein gehören. Ich war unendlich stolz. Denn ich versuche ihn immer wieder in den Prozess des Aufräumens einzubinden. Manchmal geht es besser, manchmal gar nicht. Aber ich gebe nicht auf und versuche ein gutes Vorbild zu sein.

Übertriebene Ordnung um jeden Preis zu halten sorgt für viel Frustration und Ärger.

Spannender Alltag

Während das Ausräumen des Geschirrspülers für mich eine langweilige und lästige Tätigkeit ist, rennt mein Sohn begeistert jedes Mal in die Küche, wenn ich ihn frage, ob er mir helfen will. Eine Gabel nach der anderen holt er raus und gibt mir diese in die Hand. Manchmal hilft er, bis ich ganz fertig bin, manchmal rennt er nach kurzer Zeit wieder davon. So oder so, seine Hilfe finde ich sehr süß, auch wenn es ewig lange dauert fertig zu werden. Aber wieso soll ich ihm diese Freude nehmen? Während viele Tätigkeiten im Haushalt für uns nur noch automatisch ablaufen, sind sie für unsere Kinder die spannendsten Sachen auf der Welt. Deshalb macht es wenig Sinn schnell etwas alleine fertig zu machen. Denn damit nehmen wir den Kindern eine tolle Beschäftigung. Und sie erfahren auch das tolle Gefühl nicht, dass sie etwas geschafft haben und dass sie in der Familie eine wichtige Aufgabe erfüllen. Uns mag es viele Nerven kosten, wenn das Kind langsam und Löffel für Löffel den Geschirrspüler ausräumt, aber für das Kind bedeutet es ein richtiges Erlebnis.

Während viele Tätigkeiten im Haushalt für uns nur noch automatisch ablaufen, sind sie für unsere Kinder die spannendsten Sachen auf der Welt.

Richtige Motivation, klare Anweisungen

„Räume dein Zimmer auf!“ Diesen Satz hörte ich als Kind gefühlte hunderttausend Mal. Am Ende kam meine Mutter rein und zeigte mir noch hundert Sachen, die ich vergessen habe. Voll frustrierend. Deshalb half ich später lieber meinem Papa bei den „Männersachen“, als meiner Mama beim Aufräumen. Kinder brauchen klare Anweisungen und Mithilfe. „Räume deine Autos in die grüne Kiste!“ Kling doch viel eindeutiger und das Kind weiß sofort, was wir von ihm erwarten. Machen wir daraus einen Wettbewerb, wird es gleich  lustiger. Man kann die Autos auch in die Kiste einparken, oder daraus ein Suchspiel machen. „Wo ist das blaue Auto mit dem schönen Sticker auf dem Dach?“ Wird das Auto gefunden, landet es in der Kiste.

Ordnung muss sein! Wirklich?

Übertriebene Ordnung um jeden Preis zu halten sorgt für viel Frustration und Ärger. Muss wirklich jeden Abend alles weggeräumt werden? Darf die schöne Eisenbahn nicht ein paar Tage mitten im Zimmer liegen bleiben? Für Kinder ist es wichtig, dass sie Orte haben, wo ihre nicht fertig gespielte Sachen liegen bleiben können. Spielt mein Kind tagelang mit seinem Lego, muss ich seine Bauwerke nicht täglich auseinandernehmen und wegräumen. Man kann statt dessen eine kleine Ausstellung daraus machen und am Abend den Papa durch diese Ausstellung führen. Ein wenig Kreativität und Verständnis für die kindliche Welt schadet nicht.

Kinder schaffen eigene Ordnung

Manchmal ist es für uns unverständlich, dass die Puppe in die Kiste zu den Autos gehört. Aber auch Kinder haben ihre Vorstellung von Ordnung und diese sollte man akzeptieren. Vielleicht passt die Puppe auf die Autos auf. Es ist besser mit den Kindern  zu reden, bevor das ganze Zimmer umgeräumt wird. Vielleicht kommen überraschende Erklärungen zum Vorschein.

Wie bei allem, auch hier heißt es: GEDULD! Kinder brauchen mehr Zeit, könne sich oft nicht so lange auf eine Sache konzentrieren und erkunden gerne Dinge, die sie wegräumen sollten. Last euch Zeit! Dann klappt es auch mit dem Aufräumen immer besser.

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EIN ARTIKEL VON
  • Mirka Huber

    Ich bin Journalistin und seit 2016 Mama von einem Jungen. Seitdem ist mein Leben erfüllter denn je. Meine kleine Familie ist wie eine Ruheinsel, denn neben Beruf und Familie betreue ich noch eine Pfadfindergruppe. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Lesen, in der Natur, mit Freunden oder Sport.


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