8. Mai 2018

Dem Muttertag neuen Sinn geben

Muttertag – Wer braucht den schon? - meinefamilie.at

Der Muttertag hat seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts einen negativen Beigeschmack – nur die Wenigsten wissen, dass es den Muttertag aber schon viel länger gibt. Heutzutage bedeutet er oft „Konsum“. Ein „freikaufen“ für das restliche Jahr? Anita Nussmüller erzählt, wie sie dem Muttertag einen neuen Sinn gibt – von dem Mutter und Kind gleichermaßen profitieren.

Muttertag. Wer braucht DEN schon“ sagt meine jugendliche Tochter, sie hat gehört, dass der Tag einen nationalsozialistischen Beigeschmack hat, weil er zur Wertschätzung der arischen Mutter missbraucht wurde, die als „Heldenmutter“ geehrt, mit dem „Mutterkreuz“ ausgezeichnet worden war. Ich kann dem nur hinzufügen, dass das Fest eigentlich anders begonnen hatte.

Woher kommt der Muttertag ursprünglich?

1907 wurde es in USA von Anna Jarvis aus Philadelphia zum Andenken an ihre verstorbene Mutter erfunden. Am Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter ließ sie vor der Kirche weiße Nelken an alle Mütter verteilen. Bereits 1914 hatte sie einen offiziellen Muttertag durchgesetzt, den der amerikanische Präsident Wilson für den 2. Sonntag im Mai festlegte.
1924 holte die Begründerin der Frauenbewegung, Marianne Hainisch, den Muttertag nach Österreich. Für den Muttertag gab es auch religiöse Vorläufer im 13. Jahrhundert, die aber im 20. Jahrhundert niemand mehr kannte. Auch den alten Griechen wird nachgesagt, spezielle Muttertagsfeste gefeiert zu haben.

Der Muttertag heute

Heute hat sich der Muttertag ein wenig zur Familienfalle entwickelt: Wer traut sich schon, ihn zu negieren?!
Der Tag wird lieber als konsumorientierte Pflichtveranstaltung mit festlichem Essen und ungewöhnlichen Ausflügen durchgezogen, auch wenn manches unehrlich oder peinlich ist, als ihn zu übergehen. Unterwirft man sich diesen Festformen nicht, dann scheint es so, als ob der Familie etwas fehle, was andere selbstverständlich haben… Wie man es also dreht und wendet, es bleibt ein komisches Gefühl. Kurz gesagt ist es eine Möglichkeit sich mit einem Tag der Anerkennung für den Rest des Jahres „freizukaufen“.
Deswegen schlage ich jetzt vor, den Muttertag anders herum zu betrachten.

Muttertag – Wer braucht den schon? - meinefamilie.at
Mein Kind hat mir ein Geschenk gemacht, über das ich mich täglich freue: das bleibende Muttertagsherz meiner Tochter, dort, wo ich es immer sehen kann.

Neue Wege – der Muttertag einmal anders

Ich freue mich an meiner Rolle als Mutter und lebe sie gerne. Deshalb nehme ich diesen Tag auch zum Anlass, dies meinen Kindern gegenüber auszudrücken.
Ich möchte mit meinen Gedanken die Schwierigkeit, das Fest zu begehen, auflösen und bin überzeugt davon, dass auch jugendliche Kinder gerne hören, was sie ehrlicherweise in unserem Leben bewegen, wo sie es bereichern und wie sehr wir es schätzen, durch sie zu lernen. In den Eltern-Kind-Gruppen forciere ich diesen Gedanken. Dieser neue Zugang hat schon so mancher Mutter in meinen Gruppen sehr gefallen, die kreativen unter ihnen haben dazu sogar Lieder und Spiele entwickelt – zwei davon möchte ich heute mit Ihnen teilen.

Das Mutterliebe-Lied

nach der Melodie von „Alle meine Entchen“
von Barbara Schlager aus Haag

Viele meiner Träume, wenn ich dich so seh‘, wenn ich dich so seh‘,
gingen in Erfüllung das ist wunderschön.
Ich küsse deine Stirne und deinen lieben Mund, deinen lieben Mund,
danke möcht ich sagen, dass du bist gesund.
Mein Kind, ich wünsch dir Segen und viel Sonnenschein, und viel Sonnenschein
und bist du einmal traurig, dann werd‘ ich bei dir sein.

Ein Fingerspiel

von Silvia Gruber-Schweinberger aus St. Peter

Der Erste sagt: „Heut‘ ist ein Fest“.
Der Zweite meint: „Ich halt dich fest“.
Der Dritte ruft: „Ich danke dir!“
Der Vierte sagt „Heute feiern wir“.
Der Fünfte spricht: „Ich hab‘ dich lieb
und bin so froh, dass es dich gibt.“

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EIN ARTIKEL VON
  • Anita Nussmüller

    Ich lebe in einer 4-Generationenfamilie - ideal für meine Arbeit als Referentin der Fachstelle Beziehung-Ehe-Familie. Es ist nicht einfach, meine eigenen Familien-Menschen mit meiner Begeisterung anzustecken – deshalb lebe ich meine Werte vor, hinterfrage mich selbst und erkläre warum ich tue was ich tue.


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