6. Dezember 2019

Hebammen-Betreuung rund um die Geburt

Hebammen-Betreuung rund um die Geburt

Mit der Nachricht schwanger zu sein, erhält jede Frau zugleich sofort einen Auftrag und fängt an eine To-do-Liste im Kopf anzulegen und abzuarbeiten…

Finde den richtigen Gynäkologen, falls du den noch nicht hast, melde dich am besten sofort in der Wunsch-Klinik an, sonst kriegst du womöglich keinen Platz mehr und so weiter. Ein Thema unter vielen rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, ist die Hebamme…

Hat jede schwangere Frau Anspruch auf eine Hebamme?

Wie finde ich „meine Hebamme“? Fragen über Fragen, die sich eine schwangere Frau stellen muss oder zumindest sollte, aber wo findet man dann Antworten? Dieser Artikel soll etwas Licht ans Ende des Tunnels bringen und einige Fragen zu diesem Thema, neben den zuvor genannten, klären.

Jede Frau hat Anspruch auf Hebammen (Nach-)Betreuung.

Selbstverständlich steht jeder Frau in Österreich eine Hebamme zu, die sie während der Geburt begleitet und ihr bei der Entbindung helfend zur Seite steht. Diese Leistung ist im sogenannten Hebammengesetz verankert und somit auch eine Kassenleistung.

Besser früh mit der Suche beginnen

Das bedeutet, dass sie sich eine der ca. 1770 in Österreich freiberuflich tätigen Hebammen aussuchen kann und diese sie dann nach der Geburt zu Hause besucht. Allerdings sind nicht alle dieser Hebammen in der Nachsorge tätig und der Großteil befindet sich außerdem noch zusätzlich in einem Angestellten-Verhältnis.

Daher sind die Plätze rar und schnell vergeben, denn viele Hebammen sind nur nebenbei in der Nachsorge tätig und nehmen daher nur eine begrenzte Anzahl an Betreuungen pro Monat an. Man muss sich also früh genug darum gekümmert werden.

Das richtige Timing bei der Hebammensuche

Denn es gilt wie stets im Leben: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Jede Hebamme nimmt nur eine begrenzte Anzahl an Frauen bzw. Patientinnen an, um dann auch eine umfassende Betreuung gewährleisten zu können. Das heißt die Anzahl variiert stark zwischen den Hebammen-Kolleginnen. Natürlich sind die wenigen Plätze bei Kassenvertrags-Hebammen sehr begehrt und schnell vergriffen.

Wichtig ist es also früh genug dran zu sein, um auch wirklich die „Wunsch-Hebamme“ nach der Geburt zu sehen. Am besten reserviert man sich bis gerade bei den Hebammen mit Kassenvertrag schon bis zur 12. Woche einen Platz, um diesen dann auch wirklich zu bekommen.

Verständlich ist natürlich auch die Frage nach der unbekannten Hebamme …

Will ich, dass da eine mir fremde Frau, die ich maximal nur vom Foto kenne, auf einmal nach der Geburt vor meiner Tür steht und mich und mein Baby begutachtet. Möglicherweise eher nicht…

Anspruch auf Hebammen-Beratungsgespräch

Deswegen gibt es vom Mutter-Kind-Pass eine tolle Möglichkeit diese Situation zu umgehen. Zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche hat jede Frau Anspruch auf ein Hebammen-Beratungsgespräch. Die Kosten hierfür übernimmt die Kasse, auch bei Wahlhebammen, zu 100%. Daher muss man sich aber auch bald genug bei der Hebamme melden, um rechtzeitig einen Termin zu bekommen.

Sollte man den Zeitraum für die Hebammenberatung versäumt haben, kann man natürlich auf eigene Kosten ein Kennenlern-Gespräch mit der Hebamme vereinbaren.

Wie finde ich jetzt also die für mich „richtige“ Hebamme?

Jede in Österreich tätige Hebamme muss sich beim Österreichischen Hebammengremium registrieren lassen und ist daher auf der Homepage des ÖHG zu finden. Bei vielen Kolleginnen ist auch ein Bild dabei, denn das sagt ja bekanntlich mehr als 1000 Worte. Sie geben unter der Hebammensuche einfach ihre eigene PLZ ein und das System zeigt Ihnen alle Hebammen im Umkreis in Abhängigkeit der Entfernung zu Ihrem Wohnort.

Vielleicht haben Sie auch die Hebammenbroschüre von ihrem Gynäkologen bekommen? Hinten ist ein Adressteil mit allen Hebammen in ihrer Umgebung – nach Bezirken aufgeteilt.

Einfach frühzeitig suchen und die Hebamme der Wahl finden, dann läuft sicher alles gut und man hat als Familie einige Probleme weniger.

 

 



EIN ARTIKEL VON
  • Stephanie Miesbauer

    Als ausgebildete Kindergarten- und Früherziehungspädagogin arbeitete ich zuerst einige Jahre in der Krabbelstube. Seit 2013 bin ich nun als Hebamme für Mutter und Kind im Einsatz - zuerst in Linz, seit März 2019 in Wien. Der zusätzliche Master of Advanced practice midwifery folgte 2016. Ich bin sowohl im Krankenhaus tätig als auch freiberuflich und decke somit von der Schwangerenbetreuung, über die Geburt bis hin zur Nachsorge alle Bereiche ab.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at