9. Mai 2019

Sauberwerden: Hallo Töpfchen – tschüss Windel!

Sauberwerden Hallo Töpfchen Tschüss Windel

Sauberwerden gehört zu einem Reifungsprozess und hat mit der Erziehung weniger zu tun. Frühestens mit 24 Monaten kann Ihr Kind die Muskeln seines Beckenbodens so gut beherrschen, dass das Sauberwerden möglich ist. Ein früheres hartnäckiges Trocken-Training mit Druck und Stress kann schwerwiegende Folgen haben.

„Das Kind hat noch eine Windel?“, wundern sich viele bei einem zweieinhalbjährigen Kind. Meistens ist das die ältere Generation, die schon mit einem Jahr ein Trocken-werden-Training begonnen hat. Aber Hand aufs Herz – bei wie vielen Kindern hat es tatsächlich geklappt? Ohne ständige Rückfälle und Stress?

Etwas ist in der Windel

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(c) iStock

Um den 2. Geburtstag herum bemerken Kinder, dass etwas in die Windel kommt. Das ist der Zeitpunkt, in dem man darüber sprechen kann. Mit ein wenig Motivation und ohne Zwang wird sich das Kind vielleicht sogar auf ein Töpfchen für ein paar Minuten setzen wollen. Am besten sucht man dafür Zeiten aus, in denen wahrscheinlich etwas in der Windel landet: nach dem Essen oder direkt nach dem Aufstehen. Am Anfang wird eher nicht viel passieren, denn Kleinkinder üben zuerst das Festhalten. Erst später das Loslassen.

Wichtig ist darüber zu reden. Ausscheidungen sind kein Tabuthema und viele Kinder wollen ihre Eltern auf die Toilette begleiten. Das ist völlig normal und zeugt von natürlicher, kindlicher Neugier.

Sauberwerden braucht Zeit

Es dauert zwischen 5 und 8 Wochen Übung bis ein Kind auf’s Töpfchen gehen kann – vorausgesetzt es ist dafür bereit. Allerdings kann es auch viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. Kinder zwischen zwei und zweieinhalb Jahren sind grundsätzlich schon fähig, Stuhl und Harn tagsüber zu kontrollieren. Um in der Nacht trocken zu bleiben, brauchen Kinder allerdings bis zu einem Jahr länger.

Auch wenn ein Kind bereits trocken ist, kann ein Missgeschick passieren – vor allem bei Müdigkeit, Aufregung oder Krankheit. Seien Sie deshalb geduldig und bleiben Sie ruhig. Mit der richtigen Einstellung, in spielerischer Form und ohne Stress klappt es mit dem Trockenwerden bestimmt. Immerhin laufen gesunde Erwachsene alle ohne Windeln herum… 😉

Dein Körper, deine Entscheidung

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Kinder können zum Trockenwerden sanft geführt werden. Druck auszuüben oder unter Stress zu trainieren kann schwerwiegende Folgen haben: harte Dressur führt höchstens zu Trotzreaktionen, Rückfällen oder sogar Beckenbodenproblemen. Stress und Druck verlängern meistens das Trockenwerden, und das Vertrauen zu den Eltern wird gestört.

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es allein über seinen Körper bestimmt. Wenn ein „Nein“ von einem Kind ernst genommen wird, kann es sich später besser wehren und deutlicher nein sagen, wenn es etwas nicht will. Dies kann vor allem in Bezug auf Fremde sehr wichtig sein. Deshalb sollten Sie Ihr Kind nie mit Gewalt zum Töpfchen gehen zwingen oder gegen seinen Willen wickeln. Manchmal kostet es viele Nerven und Geduld, doch es lohnt sich Respekt zu zeigen.

11 Tipps für ein entspanntes Sauberwerden

  • Glauben Sie nicht jede Geschichte über Kinder, die schon mit einem Jahr problemlos aufs Töpfchen gehen! Diese Geschichten erzeugen nur unnötigen Druck.
  • Machen Sie sich und Ihrem Kind keinen Stress.
  • Beginnen Sie langsam, setzen Sie das Kind auf’s Töpfchen nur wenn es auch freiwillig will.
  • Bestimmen Sie den richtigen Zeitpunkt dafür. (Nach den Mahlzeiten, zum Beispiel.)
  • Motivieren Sie Ihr Kind mit schönen Bilderbücher zum Thema Töpfchengehen.
  • Suchen Sie ein Töpfchen mit Ihrem Kind aus, reden Sie darüber was passiert und was Ihr Ziel ist.
  • Wenn es endlich klappt, loben Sie Ihr Kind und erklären Sie ihm, was nun mit dem Töpfcheninhalt passiert.
  • Thematisieren Sie dieses intime Thema nicht vor allen Bekannten. Auch Kinder empfinden Schamgefühl und können sich unwohl fühlen, wenn man über ihre Ausscheidungen spricht.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Sommer nackt herumlaufen. Ermutigen Sie es auf’s Töpfchen zu gehen, schimpfen Sie nicht, wenn etwas daneben geht.
  • Wenn es bereits trocken ist, ziehen Sie ihm Hosen an, die schnell ausgezogen werden können.
  • Und nicht vergessen: Geduld, Geduld, Geduld! Immer positiv bleiben. Das Kind spürt sonst Ihre Anspannung.

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