8. Juli 2020

Autofahren mit Baby leicht gemacht

Autofahren mit Baby leicht gemacht1

Die einen Babys lieben es – die anderen hassen es. Daran werde ich auch mit meinen Tipps nichts ändern können. Doch ich bin mir sicher, dass diese Tipps die eine oder andere Autofahrt zumindest angenehmer machen können.

Gerade in diesem Sommer, in dem man sich nicht zu weit weg traut und Urlaub in Österreich angesagt ist, wird dies für viele Familien Urlaub mit Auto heißen. Ich habe das Glück, dass meine Tochter (6 Monate) in puncto Autofahren unkompliziert ist. Nein, sie liebt es nicht – sie in den Maxi-Cosi setzen, wenn sie tobt, und spazieren fahren, funktioniert bei uns nicht. Aber im Normalfall ist Autofahren bei uns ganz okay, kein Grund für schlechte Laune.

Allein auf der Rückbank

Meine Mama ist 20 Jahre auf der Rückbank gesessen – das kam für mich nicht infrage. Ich bin das älteste von vier Kindern. Meine jüngste Schwester ist zwölf Jahre jünger wie ich. Bei uns ist die Mama all die Jahre fast immer hinten zwischen uns Mädels gesessen, hat mit uns gespielt und Ruhe gestiftet. Für sie war das nicht schlimm, aber ich wollte das vermeiden. Deswegen hatte ich den festen Vorsatz, meine Tochter von Anfang an allein an die Rückbank zu gewöhnen.

Ich muss ehrlich sagen, beim ersten Mal war es verdammt schwer und mein Mama-Herz blutete, als wir beim Krankenhaus ins Auto eingestiegen sind, um in unser Familienleben zu starten. Ich weiß noch, dass ich meinen Mann gefragt habe: „Soll ich nicht doch ausnahmsweise die erste Fahrt bei ihr sitzen?“. Aber er erinnerte mich an meinen Vorsatz und überzeugte mich, es zumindest zu probieren. „Wenn sie weint, können wir immer noch stehen bleiben“, sagte er mir damals und dieser Satz wurde zu meinem Leitsatz.

Halt, stehen bleiben!

Wenn man allein mit Baby im Auto unterwegs ist, wird es schwierig. Als Beifahrer hat man noch gewisse Möglichkeiten, sich bei einer roten Ampel schnell einmal umzudrehen und nach hinten zu strecken. Doch als Fahrer kommt das nicht infrage. Ich verstehe, dass es verlockend ist und ein schreiendes Baby auch nicht zur Verkehrssicherheit beiträgt. Aber sich als Fahrer während der Fahrt umzudrehen, ist ein absolutes No-Go! Das würde man ja auch nicht ohne Baby machen – dann doch schon gar nicht, wenn es um die Sicherheit des eigenen Kindes geht.

Es gab Wochen, vielleicht waren es auch Monate – da war jede Autofahrt mit Schreikrämpfen verbunden. Es hat etwas gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass es nicht das Autofahren ist, sondern das Timing und sie einfach immer genau dann Hunger hatte, wenn wir unterwegs waren. Damals habe ich mir angewöhnt, selbst auf den kürzesten Strecken Zwischenstopps zu machen – kurz auszusteigen, ihr den Schnuller wieder in den Mund zu stecken, ihr ein Küsschen zu geben und wieder weiterzufahren. Ich muss schon zugeben, am Anfang hat es echt Überwindung gekostet, extra zur Seite zu fahren, und ich habe mich öfter bei dem Gedanken ertappt, ob ich nicht einfach bis zur nächsten roten Ampel weiterfahren soll und mich dort zurückdrehe. Mittlerweile kenne ich alle geeigneten Bushaltestellen, Einfahrten und Parkplätze auf meinen gewohnten Strecken. Und als die Schreiphase wieder vorbei war, habe ich mich tatsächlich ein paar Mal dabei ertappt, wie ich versehentlich zu meinen gewohnten Halteplätzen gefahren bin, obwohl ich es gar nicht hätte müssen.

Nach meinen ersten Fahrten allein, haben wir uns einen Spiegel gekauft, der an der Kopflehne befestigt werden kann.

Durch diesen kann ich durch den Rückspiegel meine Tochter immerzu beobachten und den Ernst der Lage gut einschätzen. Das waren gut investierte 15 Euro, die ich jedem empfehlen kann.

Tipp: Einschlagdecke besorgen!

Eine weitere Kleinigkeit, die den Transport meiner Tochter um vieles vereinfacht hat, ist unsere Einschlagdecke. Sie ist nicht so heiß wie ein Fellsack, man kann sie problemlos jederzeit auf- und zuklappen und man spart sich, das Kind ständig ein- und auszupacken. Auch im Sommer kann eine dünne Einschlagdecke den Komfort erhöhen, damit das Kind nicht so schwitzt wie in direktem Kontakt mit dem Bezug des Kindersitzes – man kann die Seitenflügel ja auch nach außen geklappt lassen. (und hat so gleichzeitig eine Spielmöglichkeit für das Kind).

Zu guter Letzt unsere Isofix-Station. Ich war zuvor wirklich der Meinung, dass die nicht sein muss – immerhin ist sie wirklich nicht günstig. Mit dem Sicherheitsaspekt hat mich mein Mann aber überzeugt und mittlerweile möchte ich sie nicht missen. Gerade wenn man Kurzstrecken unterwegs ist, dort und da kurz einmal aussteigt, beim Bäcker Brot holt oder den Brief in der Post abgibt, ist es schon verlockend, das Baby einfach im Auto zu lassen. Mit einer Isofix-Station geht das Raus-und-rein-Heben aber so schnell, dass es einfach keine Ausrede gibt. Das Baby ist immer mit dabei.



EIN ARTIKEL VON
  • Petra Schmied

    Nach meinem Lehramtstudium in Biologie- in Geographie habe ich bis zu meiner Karenz als Hortpädagogin an einem der wunderschönsten Ort in Salzburg gearbeitet. Es gibt nichts Schöneres als mit Kindern zu basteln, zu spielen und die Welt zu erkunden. Zudem bin ich als Sexualpädagogin tätig – einem Thema, das mich schon seit meiner Schulzeit begleitet. Mein Ehemann ist ein Jugendfreund von mir, mit dem ich die Leidenschaft des Handballsportes teile und gemeinsam als Jugendtrainer aktiv bin. Unsere kleine Tochter soll erst der Anfang unseres Familienglückes sein.


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