7. Januar 2021

2021: Neustart mit ungewissen Bedingungen

neustart corona - meinefamilie.at

Das Weihnachtsfest ist gefeiert, der Rutsch ins neue Jahr gelungen. Bereits in den ersten Tagen hat sich in viel berechtigte Hoffnung auch Skepsis und Unsicherheit gemischt.

Zumal dann, wenn man den ersten Montag nach den Feiertagen und den Festlichkeiten als den ersten offiziellen Tag des neuen Jahres begreift. Das politische Rumoren, das man in den ruhigen Nachweihnachtstagen schon leise und bedrohlich wahrgenommen hat, hat sich mehr und mehr intensiviert und sich schließlich manifestiert. 

„Freitesten“, so problematisch der Begriff ist so fragwürdig womöglich auch das Konzept dahinter, hat uns als Familie Hoffnung gegeben. Allein schon deshalb, weil es eine aktive Handlung gewesen wäre. Wir hätten gewusst, was zu tun ist. Jetzt sind wir wieder zu Passivität verurteilt, zum Abwarten. Ein Zustand, der im nunmehr vergangenen Jahr 2020 nur allzu präsent war.

Was können wir dazu beisteuern, um bald wieder Konzerte oder Lokale besuchen zu können? Richtig: Derzeit nichts.

Aus heutiger Sicht ist es zudem wahrscheinlich, dass mit dem Fall des „Freitestens“ auch die frühere Schulöffnung am 18. Jänner gefallen ist. Eine (vermutliche) Tatsache, die uns die Sorgenfalten ins Gesicht treibt. Die Motivation die Zeit gut durchzustehen ist damit erheblich gesunken. Wir kennen zwar die Strukturen, die Abläufe, den Tagesplan sehr gut. Wir haben schon viel Erfahrung damit. Aber der Eindruck, dass sich alles, wie bei einem Déjà-vu, alles immer wieder wiederholt, lässt das Gefühl aufkommen, als ob wir uns in einer Endlosschleife befinden, aus der es keinen Ausweg gibt.

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Auch die „Ausgleichsmöglichkeiten“ als Eltern fehlen uns zunehmend. Was können wir dazu beisteuern, um bald wieder Konzerte oder Lokale besuchen zu können? Richtig: Derzeit nichts. Wir müssen auch hier abwarten. Bis zur nächsten Pressekonferenz oder bis dahin, dass sich die politischen Parteien einig sind und nicht Konzepte für politisches Kalkül opfern. 

Der erste Tag, Montag

Der erste Tag, also der Montag, fühlt sich dennoch gut an. Es heißt, obwohl beide Eltern eingeschränkt arbeiten müssen, noch nicht ganz früh aufstehen. Dennoch können wir nicht ganz ausschlafen. Aber es ist schön, denn es fühlt sich wie eine Art von Zwischenraum an. Der Alltag hat uns noch nicht ganz wieder, wir können uns langsam herantasten. Können ausprobieren, was uns gut tut und welchen Rhythmus wir leben, wenn uns dieser nicht von außen aufoktroyiert wird. 

Diesbezüglich sind wir erstaunt, wie viel uns gelingt, trotz vermeintlich anderem Tempo, ohne Hektik und Stress. Ohne Anspruch allen Anforderungen genügen zu müssen. Vielleicht ist das etwas, das wir auch in den Homeschooling-Alltag hinüberretten können. Als einziger Fixpunkt gelten schließlich die Online-Konferenzen. Lernen, leben und arbeiten kann man somit etwas flexibler gestalten. 

Zeit der Reflexion als Familie

Damit gelingt uns womöglich auch, die derzeitige Situation voller Ungewissheiten leichter und spielerischer zu stemmen. Lässiger damit umzugehen. Es zu schaffen, die Passivität und Gelassenheit umzuwerten. Tragfähige Strukturen zu schaffen, die es ermöglich, dass wir als Familie so lange „überwintern“, dass uns Hiobsbotschaften in Bezug auf Schulschließungen nichts mehr anhaben können und wir mit gutem Gewissen sagen können, dass wir es noch weitere Wochen schaffen könnten.

Vielleicht müssen wir in diesem Kontext auch jetzt verstärkt darauf hören, was uns als Familie guttut. Welche Kontakte wir in welcher Form pflegen, welche Aktivitäten wir lieber bleiben lassen? Was wir uns ansehen, was wir tun, was wir erleben, was vermeiden wir?

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Wir werden die Zeit jetzt als Zeit der Gespräche, der Reflexionen, der Familienzeit nutzen. Gut möglich, dass wir dadurch stärker werden und die Müdigkeit über die ständigen Wiederholungen der Abläufe weicht. 

Es ist auch denkbar, dass wir endlich die Souveränität gewinnen, die wir so gerne hätten. Dass dann nicht mehr jeder Neuanfang holpert und wir straucheln. Dass wir endlich aus unseren Routinen und angestammten Reaktionen aus Krisensituationen herauskommen. Es wäre wünschenswert und so wichtig für uns, dass es endlich gelingt.



EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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